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Schleswig-Holstein Tage der Kaminöfen sind gezählt
Nachrichten Schleswig-Holstein Tage der Kaminöfen sind gezählt
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07:09 20.11.2017
Zu viel Feinstaub: Viele Kamine müssen umgerüstet werden. Quelle: Patrick Pleul
Kiel

Nicht nur Dieselautos verpesten die Luft. Auch Kamine und Heizöfen setzen Feinstaub frei. Das verschmutzt nicht nur die Umwelt, sondern belastet die Gesundheit. Vor sieben Jahren hat die Politik reagiert: Für Feuerstätten, die vor der Verordnung am 22. März 2010 in Betrieb gingen, liegen die Grenzwerte bei 0,15 Gramm Feinstaub pro Kubikmeter Abgas. Für Öfen, die nach 2015 in Betrieb gingen, gelten verschärfte Bedingungen: 0,04 Gramm Feinstaub.

Der Emissionsausstoß moderner Geräte liege um bis zu 85 Prozent unter dem alter Öfen, teilt der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) mit. Neue Öfen hätten auch einen wesentlich besseren Wirkungsgrad. In den zurückliegenden Jahren, nachdem 2015 Stufe eins der Verordnung zündete, wurden bundesweit 1,5 Millionen alte Feuerstätten ausgetauscht. Denn Heizen mit Holz liegt ungebrochen im Trend.

Kritik kommt vom Eigentümerverband Haus & Grund. „Typisch deutsch. Der Gesetzgeber schießt übers Ziel hinaus“, sagt der Landesvorsitzende Alexander Blazek. Vom Grundsatz sei es richtig, Feinstaubausstoß zu verringern. Vergessen werde aber, dass der Kohlendioxid-Gehalt in der Luft gesenkt werde, wenn Hauseigentümer mit einem nachhaltigen Brennstoff wie Holz heizten und ihre Gas- oder Ölheizung abschalteten.

Wer seinen Kamin stilllegt, aber nicht abklemmt, bekommt weiter Besuch vom Schornsteinfeger. Stellt dieser bei der turnusmäßigen Visite fest, dass Holz verfeuert wurde, muss er den Verstoß an die Behörde melden. Sie kann ein Bußgeld von bis zu 50000 Euro verhängen.

Von Curd Tönnemann

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