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Schleswig-Holstein „Gorch Fock“ wieder in der Warteschleife
Nachrichten Schleswig-Holstein „Gorch Fock“ wieder in der Warteschleife
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09:02 25.10.2019
Von Frank Behling
Die "Gorch Fock" liegt aktuell bei der Fassmer Werft an der Weser auf dem Trockenen. Quelle: Jörg Sarbach/dpa
Bremen

Auslöser sind die Verhandlungen zur Übernahme der Esflether Werft. Das seit Januar in einem Insolvenzverfahren stehende Unternehmen hat den Auftrag zur Sanierung des Segelschiffes.

Der Zeitplan für die Sanierung des Segelschulschiffs lässt sich nur halten, wenn die Elsflether Werft mitsamt „Gorch Fock“-Auftrag zeitnah verkauft werden. Die Bremer Lürssen Werft ist nach KN-Informationen neben der Fassmer Werft aus Berne einer der aussichtsreichsten Bieter für die Übernahme der Elsflether Werft.

Lesen Sie auch:Die Gorch Fock kommt in die Fassmer Werft

„Jetzt wird geprüft, dass durch die Übernahme der Werft keine marktbeherrschende Stellung durch eines der Unternehmen erreicht wird“, so ein Sprecher des Bundeskartellamtes. Die Mitarbeiter der Abteilung B4 der Behörde sitzen seit dem 30. September an der Kontrolle der Unterlagen. Die Hoffnung der Marine und der bietenden Werften ist eine Entscheidung bis zum 30. Oktober. Wenn es dann kein grünes Licht für die Übernahme gibt, droht ein Hauptverfahren zur Prüfung. „Dabei werden die Aspekte der Marktmacht noch intensiver betrachtet“, so der Sprecher des Amtes. Wenn das Bundeskartellamt kein grünes Licht gibt, müsste der Verkaufsprozess noch einmal neu aufgerollt werden.

Die Lürssen Werft ist der einzige Bieter, bei dem es kartellrechtliche Probleme geben könnte. Die im Privatbesitz befindliche Werftengruppe hat sich in den letzten Jahren durch Zukäufe von Werften in Wilhelmshaven, Wolgast und Hamburg deutlich vergrößert. „Wir geben keinen Kommentar ab“, heißt es bei Lürssen. Die Werft gilt als verschlossenes Unternehmen, das sich gegenüber der Öffentlichkeit nur selten äußert.

Gorch-Fock-Sanierung geht ins fünfte Jahr

Sollte die Übernahme durch Lürssen scheitern, platzt auch der Zeitplan für die „Gorch Fock“. „Dann muss der Bauablauf neu kalkuliert werden“, so ein Insider. Auch bei der Fassmer Werft ist man deshalb zurückhaltend. „Wir äußern uns derzeit nicht zur Gorch Fock, da hier nach wie vor die Elsflether Werft Generalunternehmer ist“, so eine Sprecherin der Fassmer Werft. „Die Mitarbeiter der Elsflether Werft arbeiten aktuell auf der Fassmer Werft an Bord der Gorch Fock an der Ausrüstung“, so Cord Schellenberg, Sprecher des Insolvenzverwalters Tobias Brinkmann. Zu dem Prüfverfahren beim Bundeskartellamt wagt auch er keine Stellungnahme. „Es stimmt aber, dass wir mit zwei renommierten Investoren aus der Schiffbaubranche über einen Verkauf der Werft verhandeln“, so Schellenberg.

Die Sanierung der „Gorch Fock“ geht im Dezember ins fünfte Jahr. Im Dezember 2015 war das Schiff im Rahmen einer Ausschreibung vom Marinearsenal Wilhelmshaven zu einer normalen Depotinstandsetzung an die Elsflether Werft vergeben worden. In einem bislang beispiellosen Verfahren war es zu einer Explosion der Kosten für den 62 Jahre alten Segler von zehn auf 135 Millionen Euro gekommen. Damit steht die „Gorch Fock“ schon heute für die teuerste Sanierung eines Segelschulschiffes in der Nato.

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