Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein "Elvis" war eine Frühgeburt
Nachrichten Schleswig-Holstein "Elvis" war eine Frühgeburt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:43 20.11.2018
Foto: Der vier Wochen alte Kegelrobbenheuler "Elvis" wird in der Seehundstation Friedrichskoog mit Fisch gefüttert.
Der vier Wochen alte Kegelrobbenheuler "Elvis" wird in der Seehundstation Friedrichskoog mit Fisch gefüttert. Quelle: Axel Heimken
Anzeige
Friedrichskoog

In der Nordsee hat die Kegelrobben-Saison begonnen. Die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen präsentierte am Dienstag den ersten Kegelrobben-Heuler der Saison.

Der kleine „Elvis“ erblickte am 29. Oktober 2018 auf Helgoland das Licht der Welt. „Es war eine Frühgeburt“, sagte Tierärztin Ulrike Meinfelder. „Die Mutter kümmerte sich nicht im ihr Junges.“ Der kleine Heuler wurde daher in die Seehundstation gebracht.

Wann sind Robbenbabys Heuler?

Als Heuler werden nur jene Robbenbabys bezeichnet, die dauerhaft den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger. Das kann viele Ursachen haben: unter anderem, wenn das Seehundbaby krank oder verletzt ist und daher von der Mutter verlassen wurde, wenn die Mutter gestorben ist oder das Jungtier durch einen Sturm von ihr getrennt wurde.

Robben vermehren sich prächtig

Helgoland ist Deutschlands "Kinderstube" für Kegelrobben. Auf der vorgelagerten Düne wurden im Winter 2017/2018 426 Jungtiere gezählt - so viel, wie nie zuvor. Als angeblicher Konkurrent der Fischer waren Kegelrobben über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet.

Hier sehen Sie Bilder von den ersten Heulern der Saison 2018

Heute gibt es neben Helgoland noch weitere Kolonien mit Jungen im Wattenmeer: Unter anderem nahe der westfriesischen Insel Terschelling (Niederlande), sowie auf Sandbänken nahe Juist (Niedersachsen) und Amrum. Nach Angaben der Naturschutzgesellschaft "Schutzstation Wattenmeer" wird der Kegelrobben-Bestand auf weltweit 150.000 Tiere geschätzt.

Auch an der Ostsee fühlen sich die Tiere heimisch: Fast 300 Kegelrobben sind im Frühjahr 2018 an der deutschen Ostseeküste gesichtet worden - so viele wie seit mehr als 100 Jahren nicht. Dazu kommen erste Geburten. Umweltverbände und Forscher fordern rasch einen Robbenmanagementplan, das Land Schleswig-Holstein will zunächst eine Studie.

Von KN/dpa

20.11.2018
KN-online (Kieler Nachrichten) 20.11.2018
Sven Tietgen 20.11.2018