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Schleswig-Holstein Blühende Bäume und ungeliebter Glühwein
Nachrichten Schleswig-Holstein Blühende Bäume und ungeliebter Glühwein
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09:48 17.12.2015
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Weihnachten 2016 wird alles andere als eisig: Mit Temperaturen um 11 Grad ist zu rechnen. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Kiel

Streusalz wird zum Ladenhüter und so mancher Zugvogel bleibt gleich in Deutschland: Der milde Winter treibt derzeit ganz eigene Blüten. Ein paar Beispiele.

NATUR

„Die eine oder andere Obstblüte hat sich schon blicken lassen“, erklärt Biologe Dennis Klein vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). In Berlin wurden beispielsweise blühende Kirschbäume gesichtet. „Es ist tatsächlich hauptsächlich die Temperatur, die das bewirkt“, sagt Klein. Einziger Wermutstropfen: Im Frühjahr dürften dadurch entsprechend weniger Blüten an den Obstbäumen sitzen.

Kein Archivfoto: Dieser Baum blüht in voller Pracht. Aufgenommen wurde dieses Bild am 16.12.2015 in Berlin. Quelle: Paul Zinken/dpa

TIERE

Warum in die Ferne schweifen, wenn es zu Hause warm ist? Manche Zugvögel wie etwa Störche sparen sich zum Teil den Weg nach Afrika und bleiben hier. Das hat zumindest indirekt mit dem milden Wetter zutun, wie Kai-Michael Thomsen vom Naturschutzbund Nabu erklärt. „Es ist nicht so, dass die Störche erkennen: Hier ist es mild, wir bleiben hier. Sie bleiben aus anderen Gründen hier und stellen dann fest: Es funktioniert.“ Wenn kein oder kaum Schnee liege, fänden sie beispielsweise genug Futter.

Auch Kraniche haben sich an die milderen Temperaturen mit weniger Schnee angepasst, heißt es am Kranich-Informationszentrum im brandenburgischen Groß-Mohrdorf. Auf abgeernteten Feldern ohne geschlossene Schneedecke fänden sie genug Nahrung. Entweder zögen sie nur in südeuropäische Länder oder blieben gleich in Deutschland.

STREUSALZ

Für Hersteller von Streusalz sind jetzt hingegen saure Zeiten. „Wir sind auf einen guten Winter angewiesen“, betont der kaufmännische Leiter des Salzbergwerks im baden-württembergischen Haigerloch, Frank Joppen. Ein guter Winter bedeutet für ihn tagsüber Nieselregen und nachts zwei bis drei Grad minus. „Wetter, das sonst keiner haben will.“

GLÜHWEIN

Auf Kälte hofft man allerdings auch auf Weihnachtsmärkten. „Dass die Temperaturen zurzeit den Glühweinständen nicht besonders entgegenkommen, das ist klar“, sagt der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute, Hans-Peter Arens. Konkrete Zahlen hat der Verband nicht. So mancher Budenbetreiber verkaufe dieser Tage aber einfach mehr kaltes Bier als heißen Wein.

HANDEL

Auch dem Handel kommt das Wetter nicht entgegen. „Wintermode wird dann gekauft, wenn es wirklich kalt draußen ist“, sagt Kai Falk vom Handelsverband Deutschland. „Der Textilhandel leidet schon sehr unter den milden Temperaturen.“ Allein im November seien die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 5 Prozent zurückgegangen. Für Schnäppchenjäger könnten das allerdings gute Nachrichten sein: Die Chancen auf Rabatte im Frühjahr steigen.

WETTER

Um 5 Grad über dem Normalwert lagen die Temperaturen zuletzt, wie die Meteorologen der Freien Universität Berlin mitteilen. Demnach dürfte der Winter auch mild bleiben: Das gilt als wahrscheinlich, wenn in der ersten Dezember-Hälfte die Temperaturen um 2,5 Grad über dem durchschnittlichen Normalwert liegen und das Wetter durch Tiefs aus Westen bestimmt wird. Beides erfüllt der aktuelle Monat.

Die 7-Tage-Vorschau für Kiel und Schleswig-Holstein verspricht keinen Wintereinbruch. Bei Wolken und Sprühregen sind milde Temperaturen um die elf Grad zu erwarten.

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