Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Land schließt Flüchtlingskaserne
Nachrichten Schleswig-Holstein Land schließt Flüchtlingskaserne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 27.04.2016
Von Ulf Billmayer-Christen
Die Zahl der Flüchtlinge hat in Schleswig-Holstein abgenommen. Quelle: Michael Kaniecki (Archiv, Symbolbild)
Kiel

Bis dahin werden die 147 Flüchtlinge, die derzeit in der früheren Liliencron-Kaserne (550 Plätze) untergebracht sind, auf Städte und Landkreise verteilt. In Schleswig-Holstein wird es damit noch elf Erstaufnahmeeinrichtungen geben, darunter zwei in Kiel. Laut Wochenbericht des Ministeriums sind die Einrichtungen derzeit nur zu 21 Prozent belegt (12135 Plätze, 2509 Flüchtlinge). In Kiel-Ravensberg (Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld) sind momentan nur 122 Flüchtlinge (640 Plätze) untergebracht, in Kiel-Wik (früheres Wehrbereichskommando Küste) gerade mal neun Flüchtlinge (500 Plätze). In das Gebäude an der Förde sollen nach Angaben des Ministeriums allerdings die Flüchtlinge einziehen, die in den nächsten Tagen in Schleswig-Holstein erwartet werden.

In den vergangenen Wochen hatte das Land bereits Einrichtungen in Itzehoe, Husum und Leck mit zusammen 3160 Plätzen vorläufig geschlossen. Dieser Leerstandsbetrieb, in dem Verträge mit Betreuungsorganisationen ausgesetzt sind und die Einrichtungen von Wachdiensten gesichert werden, könnte im Fall einer neuen Flüchtlingsflut sofort beendet werden. Zwei andere Einrichtungen, Wentorf und Schloss Salzau, wurden endgültig geschlossen.

Unterdessen kommen immer weniger Flüchtlinge in Schleswig-Holstein an. In den ersten 25 April-Tagen waren es 459 Menschen. Das sind etwa halb so viele wie im selben Vorjahresmonat. Insgesamt erreichten in diesem Jahr bisher 5360 Flüchtlinge Schleswig-Holstein. Das sind etwa 1000 weniger als im selben Vorjahreszeitraum – und so viele wie im vergangenen Herbst in nur einem Monat. Im Oktober waren 5635 Menschen im Norden eingetroffen, im Rekordmonat November waren es sogar mehr als 7000. An den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge hat sich wenig geändert. Auf Platz eins liegt weiter Syrien, gefolgt von Irak, Afghanistan, Iran, Armenien und Jemen. Nach Einschätzung des Innenministeriums haben gut 63 Prozent der Flüchtlinge eine sehr gute Bleibeperspektive, also eine gute Aussicht auf Asyl oder zumindest auf einen Schutz als Kriegsflüchtling.

Die Aufnahme einer Gottesformel in die Landesverfassung könnte auch im zweiten Anlauf an der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit scheitern. Am Freitag steht das Thema in erster Lesung auf der Tagesordnung im Landtag. Danach bleibt den Befürwortern noch Zeit bis zur endgültigen Abstimmung im Juni.

Christian Hiersemenzel 27.04.2016

Aktuelle Nachrichten, Fundstücke aus dem Netz, Wetter und Verkehr: Wir halten Sie mit unseren Live-News aus Schleswig-Holstein und der Welt auf dem Laufenden. So verpassen Sie nichts, was am 27.04.2016 wichtig ist.

Günter Schellhase 27.04.2016

„Auch wenn der Arbeitgeber pennt, fordern wir noch sechs Prozent“, skandierten am Dienstagmorgen rund 700 Demonstranten vor dem Sitz des kommunalen Arbeitgeberverbandes in Kiel beim Streik im öffentlichen Dienst.

Anne Holbach 26.04.2016