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Schleswig-Holstein UKSH-Förderstiftung unterstützt medizinische Projekte mit 290 000 Euro
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Kiel: UKSH-Förderstiftung hilft medizinischen Projekten mit 290000 Euro

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16:33 09.09.2021
Von Jonas Bickel
In der Kindernotaufnahme am UKSH Lübeck sollen Frakturen bei Kindern bald auch mit einem Ultraschallgerät untersucht werden. Das Projekt wird von der Förderstiftung des UKSH unterstützt.
In der Kindernotaufnahme am UKSH Lübeck sollen Frakturen bei Kindern bald auch mit einem Ultraschallgerät untersucht werden. Das Projekt wird von der Förderstiftung des UKSH unterstützt. Quelle: Ludger Tüshaus/UKSH (Symbolbild)
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Kiel/Lübeck

Vom Klettergerüst abgerutscht, beim Toben hingefallen: Es gibt viele Situationen, in denen Kinder sich verletzen und vorsichtshalber ins Krankenhaus kommen. Bei der Untersuchung gilt dann oft das Röntgenbild als Mittel der Wahl – doch das ist bei Kindern nicht optimal. Denn sie reagieren etwa zehnmal empfindlicher auf Röntgenstrahlen. In der Kindernotaufnahme des Universitätsklinikums Lübeck kommt deswegen bald ein mobiles und leistungsfähiges Ultraschallgerät als Röntgen-Alternative zum Einsatz. Möglich gemacht durch eine Förderung in Höhe von 28 000 Euro der Förderstiftung des UKSH.

Unternehmen aus Schleswig-Holstein unterstützen Projekte am UKSH finanziell

Das Projekt in Lübeck ist eines von zehn innovativen medizinischen Vorhaben, die dieses Jahr von der Förderstiftung finanziell unterstützt werden. Die Fördersumme liegt insgesamt bei 290 000 Euro. Hinter der Stiftung steht ein sich kontinuierlich erweiternder Kuratoren-Verbund, dem aktuell 57 Unternehmerpersönlichkeiten angehören. Zu den Förderern zählen unter anderem die Kieler Nachrichten, Famila und die Stadtwerke Kiel. Sie engagieren sich jährlich mit jeweils mindestens 10 000 Euro. Vorsitzender des Kuratoriums ist Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

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„Gemeinsam setzen sich die Kuratoren der Förderstiftung vorbildlich für die Universitätsmedizin der Zukunft ein und leisten mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für universitäre Spitzenmedizin in Norddeutschland – mit bundesweiter Strahlkraft“, sagt Günther.

Ultraschall als Alternative zum Röntgen bei Kindern

Jüngstes Beispiel für den Erfolg der geförderten Projekte ist die 2020 beschlossene Bereitstellung eines neuen Computersystems in der Endoskopie am UKSH in Kiel. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz können die Ärztinnen und Ärzte gefährliche Polypen bei der Darmspiegelung deutlich zuverlässiger erkennen. So sinkt die Gefahr einer Erkrankung an Darmkrebs. Am UKSH in Kiel werden vier dieser hochmodernen Geräte im Klinikalltag eingesetzt – einzigartig in Europa.

Auch die in diesem Jahr geförderten Projekte zeigen viel Potenzial. Beispiel Ultraschall statt Röntgen bei Kindern. „Die Ultraschall-Bildgebung ist eine im Vergleich zur Röntgendiagnostik nebenwirkungsfreie, schnellere und schmerzärmere Untersuchung“, sagt Dr. Ludger Tüshaus, Oberarzt der Klinik für Kinderchirurgie am UKSH in Lübeck. Gerade in der Notaufnahme könnten Kinder dadurch deutlich schneller untersucht werden. „Außerdem müssen wir nicht mehr so viel röntgen wie früher“.

Förderstiftung unterstützte seit 2013 knapp 100 Medizinvorhaben

Zu den geförderten Projekten zählt auch die Anschaffung eines speziell für Kinder entwickelten Saugbiopsiegerätes für die Kinderchirurgie in Kiel. Dadurch können Neugeborene mit einer angeborenen Fehlfunktion des Darmes unter Schmerzmittelgabe narkosefrei und schonender bei der Probeentnahme aus dem Enddarm behandelt werden. „Die sonst bisher durchgeführte manuelle, chirurgische Entnahme, verbunden mit einer Vollnarkose, entfällt“, sagt Dr. Jonas Baastrup, Facharzt für Kinderchirurgie.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 hat die Förderstiftung bereits knapp 100 Medizinvorhaben unterstützt und die Universitätsmedizin am UKSH mit mehr als 2,1 Millionen Euro nachhaltig gestärkt. Zusätzlich ist ein Aufbau des Stiftungsvermögens auf rund zwei Millionen Euro gelungen. Im Mai 2021 wurde das Fundraising-Konzept des UKSH vom Deutschen Hochschulverband ausgezeichnet und erlangte als beste deutsche Bewerbung in der Gesamtwertung den zweiten Platz.