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Schleswig-Holstein Der Kopf quillt über vor Gefühlen
Nachrichten Schleswig-Holstein Der Kopf quillt über vor Gefühlen
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14:26 12.11.2014
Foto: Nach einem langen Tag mit den Delfinen ein glücklicher Abend auf Curacao mit meinen Eltern.
Nach einem langen Tag mit den Delfinen ein glücklicher Abend auf Curacao mit meinen Eltern. Quelle: +
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Kiel

Luca ist jetzt 10 Jahre alt. Mit dreieinhalb Jahren wurde bei ihm frühkindlicher Autismus diagnostiziert. ,,Gemerkt haben wir es schon, als er 18 Monate alt war. Mit anderthalb Jahren konnte er rund 20 Wörter aussprechen. Ab dann ist es in die Regression gegangen. Das bedeutet, dass er die paar Worte, die er bereits konnte, nur noch wiederholte, und auch diese verschwanden mit der Zeit“, erinnert sich Mutter Alexandra Arnold.

 Nach einem halben Jahr war die Sprache bei Luca dann nicht mehr vorhanden. In der Zeit zog sich Luca immer weiter in sich zurück, suchte keinen Blickkontakt mehr und wandte sich ab, wenn seine Eltern etwas von ihm wollten. Die nächsten zwei Jahre bestanden aus Stoffwechseltests, Hörtests, Sehtests, Darm und Blut wurden getestet und mehrere Gehirnscans durchgeführt. Außer einigen Unregelmäßigkeiten im EEG (Elektroenzophalogramm), die nicht mit Medikamenten behandelt werden konnten, wurde nichts festgestellt. Erst später kam dann die Diagnose. ,,Da waren wir aber schon vorbereitet“, erzählt Arnold.

 Heute verständigt sich Luca mit Bildern, Fingerzeigen und übers Tippen. ,,Das haben wir nach und nach aufgebaut. Außerdem haben wir seine Ernährung umgestellt“, sagt Nicki Arnold, Lucas Vater. „Das hat ihn so entlastet, dass er auch wieder anfing, Blickkontakt aufzubauen und zu zeigen, was er haben wollte.“ Nach einiger Zeit entdeckten Lucas' Eltern, dass er sogar Wörter wiedererkannte und sie auf seine Art auch lesen konnte. Dann kam die Idee auf, dass er vielleicht auch schreiben könnte. Jetzt lernt Luca schon seit zwei Jahren das Schreiben mit der Computertastatur.

 Ziel für die nächsten zwei Jahre ist es, Luca beizubringen, selbständig mit der Tastatur zu schreiben, sodass er sich ausdrücken und Aufgaben in der Schule bearbeiten kann. ,,Ansonsten wünsche ich mir, dass wir den Schulwechsel von der Grund- auf die weiterführende Schule möglichst gut vorbereitet und stressarm über die Bühne kriegen“, sagt Alexandra Arnold.

 Die Familie möchte im Sommer 2016 ihre zweite Delfin-Therapie auf der Karibikinsel Curacao in Angriff nehmen. ,,Wir hoffen, dass wir bis dahin genug Geld zusammen haben, um die Therapie erneut zu finanzieren.“

 Von Hannah Knabe, Klasse 9b, Hebbelschule Kiel