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Schleswig-Holstein CDU will im Land kräftig aufforsten
Nachrichten Schleswig-Holstein CDU will im Land kräftig aufforsten
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19:35 20.08.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Schleswig-Holstein ist das waldärmste Land in Deutschland – nur gut elf Prozent der Fläche sind bewaldet. Geht es nach den Christdemokraten, kommen in den nächsten Jahren 15.000 Hektar dazu. Quelle: Götz Heeschen
Kiel

„Die Stimmungslage für so eine Aktion ist gerade ideal“, sagt Fraktionschef Tobias Koch mit Blick auf den erfolgreichen Start der Aktion „Einheitsbuddeln“. Ziel sei, den Waldanteil in Schleswig-Holstein wie von allen Parteien seit Jahren gefordert endlich auf zwölf Prozent der Landesfläche zu erhöhen. Derzeit sind gut elf Prozent (knapp 175000 Hektar) bewaldet.

Nach Kochs Rechnung müssen bis 2030 rund 15.000 Hektar Wald hinzukommen. „Bei einer Pflanzdichte von 5000 Setzlingen je Hektar geht es also um rund 75 Millionen Bäume.“ Die Kosten für die reine Pflanzaktion beziffert Koch auf insgesamt 150 Millionen Euro, wobei das Land jährlich „bis zu 15 Millionen Euro“ beisteuern könnte. Die Gesamt-Initiative (mit Kauf der Flächen) könnte mit bis zu 500 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Waldgipfel mit Kommunen und Stiftungen

Angesichts der enormen Kosten will Koch auf dem Waldgipfel neben dem Land auch die Kommunen, Waldbesitzer, Verbände und Stiftungen mit ins Boot holen. Sie sollen unter anderem die Flächen für den Neuwald bereitstellen. Im Visier hat der CDU-Agrar- und Umweltpolitiker Heiner Rickers insbesondere Flächen der Stiftung Naturschutz. Er schlägt zudem vor, auch auf streng geschütztem Grünland Wälder anzulegen. Aufforstungen auf Ackerflächen lehnt Rickers ab. „Da würde einem jeder Bauer aufs Dach steigen.“

Koch sieht in dem CDU-Vorstoß „einen echten Beitrag zum Klimaschutz“, weil jeder Baum CO2 binde. Neue Töne schlägt er auch beim Konzept des Neuwaldes an. Es sind unterschiedliche Waldformen denkbar, vom Wirtschaftswald bis zum Null-Nutzungs-Wald, also einem Urwald.“

Waldbesitzer fordern mehr Bäume

Rückendeckung bekommt die CDU vom Waldbesitzerverband. „Ohne den Beitrag des Waldes werden wir in Deutschland die Klimaziele nicht erreichen“, erklärt Verbandschef Hans-Caspar Graf zu Rantzau. „Ein Waldanteil von zwölf Prozent der Landesfläche kann aber nur ein Zwischenziel sein.“ Einem Flächenland würden auch 15 Prozent Waldanteil gut zu Gesicht stehen. In der Pflicht sieht der Verbandschef ebenfalls die Stiftung Naturschutz. „Mit fast 40.000 Hektar Flächenausstattung ist die Stiftung als größte Flächeneigentümerin in Schleswig-Holstein in einer besonderen Verantwortung.“

Stiftung Naturschutz skeptisch

Die Stiftung begrüßt die Waldaktion, verweist auf die von ihr angelegten Naturwälder, stellt aber klar, dass die „fachliche Eignung von Flächen an erster Stelle“ stehe und teils EU-Plänen unterliege. „Dabei geht es immer um den Schutz besonders gefährdeter Lebensräume und die Rettung von bedrohten Tier- und Pflanzenarten“, betont eine Sprecherin. „Die Forderung nach einem Mehr an Wald bedeutet dann auch, dass wir zusätzliche Flächen für Naturschutzziele brauchen.“

Albrecht will mit Dürre-Mitteln aufforsten

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) „freut sich sehr, dass wir im Landtag nun auch von CDU-Seite klare Signale erhalten“. Denn mehr Klimaschutz gebe es nur mit zusätzlichen Mitteln. „Ich werde im Kabinett dafür werben, einen Teil der zu erwartenden Minderausgaben bei den Dürrehilfen dafür einzusetzen.“ Und in noch einem Punkt schlägt sich Albrecht auf die Öko-Seite. Das „ohnehin knappe und klimafreundliche Dauergrünland“ komme für Neuwald „nicht in Frage“.

Ein 18-Jähriger aus dem Kreis Nordfriesland hat am Montag die Videostreife des Polizei-Autobahnrevieres Nord überholt - und ist dann ordentlich aufs Gaspedal getreten. Mit 203 km/h raste er auf der B 200 in Richtung Husum. Dem Mann droht nun ein Bußgeld in Höhe von 1200 EUR und ein Fahrverbot.

KN-online (Kieler Nachrichten) 20.08.2019

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Christian Hiersemenzel 20.08.2019

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Ulf Billmayer-Christen 19.08.2019