Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Jetzt spüren wir den Klimawandel
Nachrichten Schleswig-Holstein Jetzt spüren wir den Klimawandel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:13 30.12.2016
Von Martina Drexler
Mojib Latif, Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung: „Fakt ist, dass der Meeresspiegel in der Nordsee um 20 Zentimeter seit 1900 angestiegen ist.“ Quelle: Arno Burgi
Kiel

Dabei werde das Jahr 2016 wie 2015 zu den bisher weltweit wärmsten Jahren gehören.

In Schleswig-Holstein sei der Klimawandel längst zu spüren: Winter ohne oder mit kaum Schnee, Verschiebung der Niederschläge sowie Extremwetterlagen mit Tornados und Starkregen – all das trete immer häufiger auf, sagt Latif. Fakt ist, dass der Meeresspiegel in der Nordsee um 20 Zentimeter seit 1900 angestiegen ist und damit im weltweiten Durchschnitt liegt. „Man muss den Klimawandel immer mitdenken“, so Latif. Der 62-Jährige warnt auch vor zu starker Versiegelung in Städten, die zu viel Bauland ausweisen. In Schleswig-Holstein schätzt er die Lage zwar nicht so kritisch ein. Aber als Land der Windenergie sollte man alles daran setzen, das Problem der Energie-Speicherung zu lösen.

 Klimaschutz sei nicht wirtschaftsfeindlich, im Gegenteil, er eröffne neue Chancen, appelliert er, konsequent die Energiewende einzuleiten und von der Kohle als „Klimakiller Nummer 1“ abzurücken.

 Das Festhalten an Kohle, an Verbrennungsmotoren und ressourcenintensiver Landwirtschaft hat seiner Ansicht nach dazu geführt, dass Deutschland als Klimaschutz-Vorreiter an Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit verliert: Das Land schaffe es vielleicht, bis 2020 die Treibhausgase um 30 Prozent gegenüber 1990 zu senken, aber nicht, wie angekündigt, 40 Prozent. 2017 könnte es dem Klimaforscher zufolge national wie international zu Rückschlägen für den Klimaschutz kommen. Sorgen machen ihm Stellungnahmen von Rechtspopulisten: Im AfD-Programmentwurf etwa hieß es noch, dass es den vom Menschen gemachten Klimawandel nicht gebe und Deutschland keine Energiewende brauche. Auch wenn diese Passagen im endgültigen Programm nicht mehr auftauchten, so „habe ich das Gefühl, dass es durchaus Bestrebungen in der Partei gibt, den Klimawandel zu bestreiten.“ Der Druck auf die anderen Parteien könne wachsen, zumal auch in Nachbarländern wie Polen die Kohleindustrie wieder auf dem Vormarsch sei.

 Alarmiert ist Latif vor allem von Äußerungen des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump: Dieser habe nur Gegner der Energiewende in sein Kabinett geholt und trete an mit der Losung, die Kohle zu retten. Die USA und China sind gemeinsam für 44 Prozent des weltweiten CO²-Ausstoßes verantwortlich.

 Das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens, wonach die Erde sich bis 2030 höchstens um zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmen dürfe, könne aber nur erreicht werden, wenn alle Länder „ihre Hausaufgaben machen“, mahnt der Professor am Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung: Beim Thema Klimawandel säßen alle in einem Boot.

Aktuelle Nachrichten, Fundstücke aus dem Netz, Wetter und Verkehr: Wir halten Sie mit unseren Live-News aus Schleswig-Holstein und der Welt auf dem Laufenden. So verpassen Sie nichts, was am 30.12.2016 wichtig ist.

Julia Carstens 30.12.2016
Schleswig-Holstein Feuerwerk-Verkauf gestartet Wunderkerze oder Rakete

Am Donnerstag ist der Feuerwerkverkauf in den Geschäften auch in Schleswig-Holstein gestartet. Aber was kaufen die Kieler? Sind sie eher für die ruhige Wunderkerze oder die knallende Rakete?

Gunda Meyer 29.12.2016

Nach dem Unglück am Mittwochabend auf dem unbeschrankten Bahnübergang Heidbergsweg in Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) sind die Einwohner bestürzt. Besonders tragisch: Seit Anfang des Jahres plant die Bahn, den Übergang, der schon lange als Unfallschwerpunkt gilt, mit Halbschranken zu sichern.

Günter Schellhase 29.12.2016