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Schleswig-Holstein Günther will in Namibia Leid in deutscher Kolonialzeit ansprechen
Nachrichten Schleswig-Holstein Günther will in Namibia Leid in deutscher Kolonialzeit ansprechen
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07:46 09.07.2019
Berlin: Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und amtierender Bundesratspräsident, spricht in einer Sitzung des Bundesrates. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Kiel

Daniel Günther (CDU) wird in seiner Rolle als Bundesratspräsident nach Afrika reisen und will in Namibia das Leid während der deutschen Kolonialzeit ansprechen. „Ich werde dort die Gelegenheit nutzen, nicht nur etwas über Perspektiven unserer Zusammenarbeit zu sagen, sondern auch über das Leid, das Deutsche über das Land gebracht haben.“

Günther reist am Donnerstag zu einem Besuch nach Angola und Namibia, wo das Deutsche Reich von 1884 bis 1915 Kolonialmacht war.

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Völkermord an Herero und Nama

Die Volksgruppe der Herero hat vom Bundestag eine Entschuldigung für die von Deutschen begangenen Verbrechen verlangt. Kolonialsoldaten hatten Zehntausende Herero und Nama getötet. Deren Nachfahren fordern von Deutschland auch eine finanzielle Wiedergutmachung. Die Bundesregierung war erst 2015 bereit, angesichts der weitgehenden Vernichtung beider Volksgruppen von Völkermord zu sprechen.

„Ich habe Afrika als Besuchsziel ausgewählt, weil es gemeinsamer Wille in Deutschland ist, uns deutlich mehr um diesen Kontinent zu kümmern“, sagte Günther. „In den vergangenen Jahren haben wir da zu wenig getan.“ Auch wegen der Migrationsbewegungen infolge mangelnden Zugangs zu Nahrungsmitteln und sauberem Wasser verdiene Afrika weit mehr Aufmerksamkeit. „Wir sehen aber auch wichtige Entwicklungsperspektiven für diese Länder.“

Günther redet in Namibias Parlament

Er werde in beiden Ländern mit den Staatspräsidenten reden und in Namibia im Parlament, sagte Günther. Zu den Schwerpunktthemen gehörten die Berufsausbildung und die Hochschulen. „Mit Angola hatte ich als Ministerpräsident schon Berührungspunkte“, sagte Günther. Im vergangenen Jahr war der Verteidigungsminister in Kiel. „Das Land hat durchaus Interesse an Kooperation mit unseren Werften.“

dpa

Christian Hiersemenzel 09.07.2019
Christian Trutschel 09.07.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 08.07.2019