Kieler Ultraszene - 15000 Euro Schmerzensgeld für 19-Jährige
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Schleswig-Holstein 15000 Euro Schmerzensgeld für 19-Jährige
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13:10 23.02.2018
Foto: Aus Ärger über ein Lokalverbot zündeten Kieler Ultrafans Silvesterraketen - eine Frau wurde dabei verletzt und erhielt nun Schmerzensgeld zugesprochen.
Aus Ärger über ein Lokalverbot zündeten Kieler Ultrafans Silvesterraketen - eine Frau wurde dabei verletzt und erhielt nun Schmerzensgeld zugesprochen. Quelle: A3576 Maurizio Gambarini
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Kiel

Gegen die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 15000 Euro hat das Kieler Landgericht einen Strafprozess gegen sieben junge Männer aus Kiel eingestellt. Aus Ärger über ein Lokalverbot sollen die der Fan- und Ultraszene eines Kieler Fußballvereins zugerechneten Angeklagten in der Silvesternacht zum Jahr 2014 Menschen mit Feuerwerkskörpern beschossen haben.

Eine Rakete traf dabei eine damals 19-Jährige. Sie wurde durch Brandnarben an Hals und Oberkörper für ihr Leben gezeichnet und ist auch vier Jahre nach der Tat schwer traumatisiert. Wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag weiter mitteilte, überwiesen die heute 22 bis 26 Jahre alten Angeklagten bereits vor der Gerichtsentscheidung 10000 Euro an das Opfer, bis zur endgültigen Verfahrenseinstellung müssen noch 5000 Euro folgen.

Die jungen Männer waren wegen Beteiligung an einer Schlägerei und Landfriedensbruchs angeklagt. Der Vorsitzende der Jugendkammer hatte aber schon zu Prozessbeginn darauf hingewiesen, dass die Raketenattacke keinem von ihnen direkt zuzuordnen war. Daher habe keine Körperverletzung angeklagt werden können. Dann wäre die Straferwartung entsprechend höher gewesen. Zudem galt für die Angeklagten als zum Tatzeitpunkt Heranwachsenden Jugendstrafrecht. Dabei steht der Erziehungsgedanke statt einer Strafe im Vordergrund.

Ursprünglich waren elf junge Männer angeklagt. Auch die anderen Verfahren wurden dem Gerichtssprecher zufolge gegen Geldauflagen eingestellt.

Von dpa

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