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Schleswig-Holstein Kieler Umweltminister Albrecht begrüßt Milliardenhilfe für Bauern
Nachrichten Schleswig-Holstein Kieler Umweltminister Albrecht begrüßt Milliardenhilfe für Bauern
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14:01 30.01.2020
Schleswig-Holsteins Agrarminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat die geplante Milliardenhilfe des Bundes für die Landwirtschaft begrüßt. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Kiel

Der grüne Umweltminister Jan Philipp Albrecht hat die geplante Milliardenhilfe für Bauern begrüßt. „Endlich folgt der Bund unserer Forderung nach Mitteln zum Umbau der Landwirtschaft beim Gewässerschutz“, sagte Albrecht am Donnerstag. Die Mittel müssten aber auch dort ankommen, „wo auf besonders gewässerschonende Bewirtschaftung umgestellt werden soll“.

Die Bundesregierung müsse zügig eine Reform des Düngerechts vorlegen, sagte Albrecht. Er sprach sich gegen pauschale Beträge aus. „Gute Betriebe dürfen nicht die schlechten Bilanzen anderer ausbaden müssen, die eigentlich deutlich größere Hausaufgaben bekommen sollten.“ Engagierte Landwirte müssten belohnt werden.

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Heftige Kritik von Grenpeace

Angesichts der geplanten Milliardenhilfe für Landwirte hat Greenpeace der Großen Koalition „krasses Politikversagen“ vorgeworfen. „Jetzt sollen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler fürjahrzehntelange Versäumnisse in der Agrarpolitik aufkommen“, sagte die Landwirtschaftsexpertin der Organisation, Stephanie Töwe, nach einer Mitteilung vom Donnerstag.

Geltende EU-Vorgaben zum Schutz des Trinkwassers seien immer wieder ignoriert worden, nun werde hastig nachgebessert.

Koalition will auf Bauernproteste reagieren

Die Spitzen von Union und SPD hatten beschlossen, die Landwirte über vier Jahre mit einer Milliarde Euro zu unterstützen, damit sie den Umbauprozess besser meistern. Damit will die Koalition auch auf Bauernproteste reagieren. Diese richten sich gegen eine erneute Verschärfung des Düngerechts zum Grundwasserschutz auf Druck der EU. Die Landwirte fordern zudem mehr Mitsprache bei neuen Umweltauflagen.

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Greenpeace-Sprecherin Töwe sagte, die Koalition müsse nun sicherstellen, „dass sich die schweren Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“. Umweltschonender Anbau solle gefördert, die Tierzahlen in nitratbelasteten Regionen gesenkt werden.

Von RND/dpa

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