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Schleswig-Holstein Asylsuchende Christen häufig abgelehnt
Nachrichten Schleswig-Holstein Asylsuchende Christen häufig abgelehnt
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09:01 22.05.2018
Von Heike Stüben
Pastor Klaus-Peter Mummsen (von links), Erling Eichholz und die Kieler Anwältin Faegheh Alizadeh-Aghdam fordern, dass die Asylentscheidungen über Christen geprüft werden. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel/Elmshorn

„Die Expertise von uns Pastoren wird immer häufiger nicht anerkannt. Das erschüttert uns“, sagt Klaus-Peter Mummsen, Pastor in Elmshorn. In Schleswig-Holstein steht ein Entscheider besonders in der Kritik, bestätigt Rechtsanwältin Faegheh Alizadeh-Aghdam aus Kiel. „Er ist inzwischen versetzt worden. Doch das Problem ist damit nicht gelöst.“

Hans-Jörg Voigt, Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, kritisiert, das Bamf arbeite seit einiger Zeit auf Hochtouren daran, „Tausende Ablehnungs- und Abschiebebescheide für konvertierte christliche Flüchtlinge auszustellen, die nun um Leib und Leben fürchten müssen und verzweifelt feststellen, dass ihnen in diesem Land der Schutz versagt wird“. Dabei werde „völlig willkürlich“ bewertet.

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Pastor fühlt sich in Verruf gebracht

Pastor Mummsen fühlt sich regelrecht in Verruf gebracht, leichtfertig das Christsein zu bescheinigen oder gar zu taufen. „Dabei prüfen wir Pastoren sehr sorgfältig, bevor wir solch eine Bescheinigung ausstellen.“ Es gehe dabei nicht nur um hier konvertierte Flüchtlinge. Betroffen seien auch Menschen, die schon in der Heimat wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt wurden.

Bamf-Mitarbeiter versetzt

Nach Angaben von Anwältin Alizadeh wurde der Bamf-Mitarbeiter nach massiver Kritik auch von kirchlicher Seite versetzt und soll nun Überprüfungsanträge bearbeiten. „Das würde bedeuten, dass er weiterhin im Hintergrund negative Entscheidungen treffen kann“, sagt Alizadeh und kritisiert, dass seine bisherigen Entscheidungen weiter gelten: „Die Kirche und ich versuchen seit geraumer Zeit, das Bamf zu einer Überprüfung dieser Fälle zu bewegen. Doch man stellt sich stur.“

Beim Bamf will man sich nicht zu dem Mitarbeiter äußern.

Es gibt aus all diesen Gründen eine Online-Petition „Abschiebung verfolgter Christen sofort stoppen". Mehr als 15.400 Menschen haben sie bereits unterzeichnet.

Alev Doğan 22.05.2018
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