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Schleswig-Holstein Hunderttausende gingen auf die Straße
Nachrichten Schleswig-Holstein Hunderttausende gingen auf die Straße
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19:36 29.11.2019
Von Kristiane Backheuer
Viele Demonstranten hatten für die Klima-Demo in Kiel kreative Plakate gestaltet. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Vor Beginn der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid gingen die Streiks der Jugendbewegung Fridays for Future und von Students for Future auch in anderen Städten wie Flensburg, Lübeck, Eckernförde und Bad Segeberg in die nächste Runde. Die Kieler Demo begann zur symbolischen Uhrzeit um vier vor zwölf auf dem Exerzierplatz. Einige Teilnehmer hielten aus alten Plastikrohren gebastelte Windräder in den Händen. Auf Plakaten standen Botschaften wie „Car is Over“ oder „Für ein Meer ohne Plastik“. Mit Eisbärenkostümen machten Schüler auf die Erderwärmung aufmerksam. Die „Omas gegen Rechts“ verteilten Kuchen. Umweltschützer sammelten Unterschriften.

Nach der Abschlusskundgebung gab es in der Landeshauptstadt bis in den Abend hinein kleinere Sitzblockaden. So belagerten rund 30 teils vermummte Aktivisten unter anderem den Knooper Weg in Höhe Jungfernstieg und die Eckernförder Straße. Die Polizei wurde dabei sogar von Kräften aus Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Die Blockaden lösten sich jedoch nach der Aufforderung, die Straße zu räumen, stets wieder auf. Es kam aber zu Verkehrsbehinderungen.

Hier sehen Sie weitere Fotos von der Klima-Demo am 29.11.2019 in Kiel.

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In Hamburg hatten sich laut Veranstalter rund 55.000 Menschen an der Demonstration beteiligt, die durch die Innenstadt zog, die Polizei sprach von 30.000. An den Klimaprotesten haben sich nach Angaben der Veranstalter in ganz Deutschland rund 630.000 Menschen beteiligt. Aktionen habe es laut Fridays for Future an mehr als 520 Orten gegeben, darunter Fahrraddemonstrationen, Blockaden, Picknicks und Proteste an Kohlekraftwerken.

Unterdessen haben die fünf Nord-Bundesländer und die Windkraftindustrie vor einem Kollaps der Branche mit fatalen Folgen für die deutsche Klimaschutzpolitik gewarnt. In einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schlugen die Regierungschefs von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern Alarm. Sie kritisierten Wirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier (CDU), der endlich ein schlüssiges Konzept für den Ausbau erneuerbarer Energien erarbeiten müsse. Die Länder selbst legten einen Elf-Punkte-Plan vor. „Der Norden hat echte Chancen, richtig an Wertschöpfung zuzulegen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Der Bundesrat hat zugleich die Pläne der großen Koalition zur Entlastung und Förderung der Bürger im Klimapaket gestoppt. Die Länderkammer rief den Vermittlungsausschuss an, der möglichst noch vor Weihnachten einen Kompromiss finden soll. Landes-Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) forderte erneut Nachbesserungen am Klimapaket.

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