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Schleswig-Holstein Umweltminister setzt auf die Moore
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06:00 20.09.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Mitte) will mithilfe der Moore in Schleswig-Holstein die Kohlendioxid-Emissionen reduzieren. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Zum Fokus auf die Moore sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) im Gespräch mit KN-online: "Das bringt deutlich mehr für das Klima als Neuwald." Die Aufforstung, für die sich die CDU stark macht, sei aber Teil des neuen Gesamtprogramms für den Klimaschutz.

Schleswig-Holstein muss mehr tun, um seine Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte Albrecht. Die Zwischenbilanz ist eher ernüchternd. Die Treibhausgas-Emissionen sanken von 35 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (1990) bisher nur auf 25,4 Millionen Tonnen (2017). Damit ist mehr als fraglich, ob die ehrgeizigen Ziele für 2020 (20,4 Millionen) und 2025 (17,8 Millionen) erreichbar sind.

130.000 Hektar Moore in Schleswig-Holstein

„Das Klimaschutzprogramm kann einen wichtigen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes leisten“, sagte Albrecht. Im Blick hat er insbesondere die rund 30.000 Hektar Hoch- und 100.000 Hektar Niedermoore, die riesige Mengen CO2 gespeichert haben. Das Problem: Viele Flächen werden wegen der landwirtschaftlichen Nutzung entwässert und setzen so riesige Mengen Treibhausgase frei. „Fast die Hälfte der gesamten CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft gehen auf das Konto der Moore.“

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Der Umweltminister will deshalb über neue Förderprogramme Landwirte ermuntern, Moorflächen teils oder ganz zu vernässen. Dabei helfe dem Klima schon ein etwas höherer Wasserstand, weil mit jedem Zentimeter etwas weniger CO2 freigesetzt werde. Im Idealfall kann ein Moorfeld 20 bis 30 Tonnen C02 binden. Zum Vergleich: Dieselbe Fläche Wald speichert nur drei bis vier Tonnen CO2.

Moorschutz in Schleswig-Holstein soll mithilfe des Bundes finanziert werden

Finanzieren will Albrecht den Moorschutz mithilfe des Bundes. „Ich hoffe, dass das Klima-Kabinett am Freitag ein großes Moor-Programm auflegt.“ Die Bundesmaßnahme, diskutiert wird über bis zu drei Milliarden Euro, müsste von den Ländern kofinanziert werden. „Dieser Aufgabe darf sich Schleswig-Holstein nicht entziehen“, sagte der Minister. Dabei gehe es absehbar nicht um „Kleckerbeträge“. Die Mehrausgaben möchte Albrecht im November über die Nachschiebeliste im Landeshaushalt 2020 verankern.

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Der Umweltminister stellte zugleich klar, dass Moorflächen für die Landwirte nicht verloren sind und zumindest extensiv bewirtschaftet werden können. Wie das geht, schaute er sich bei Öko-Landwirt Carsten Schlüter auf einem „nasswirtschaftenden Betrieb“ in Postfeld (Kreis Plön) an. Schlüter reguliert den Wasserstand auf einer „anmoorigen Wiese“ so, dass dort im Sommer Kühe grasen können.

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Mit einem neuen Klimaschutzprogramm sollen in Schleswig-Holstein bis zu 700.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Dabei sollen vor allem die Moore im Land helfen. Bio-Bauer Carsten Schlüter zeigt Umweltminister Jan Philipp Albrecht, wie die Landwirte Moore nass halten können.

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