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Schleswig-Holstein Erst die Fete, dann der Umzug
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10:00 15.08.2019
Von Niklas Wieczorek
Der Zentralneubau in Kiel ist auf der Zielgeraden: Die letzten Bauarbeiten werden umgesetzt, damit am Freitag die große Feier in der Eingangshalle steigen kann. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Gesamtumstrukturierung des Krankenhauses geht unterdessen weiter. Die Zahlen aber sind jetzt schon beeindruckend. Mit 20.000 Quadratmetern Umbauten, über 18.000 Quadratmetern Renovierungen und 6500 Quadratmetern Teilsanierungen stehen auf fast genau so großer Fläche noch etliche weitere Änderungen auf dem UKSH-Gelände an – die jüngsten 64.000 Quadratmeter jedoch sind erst einmal fertig. Und sie sollen das neue Gesicht des Universitätsklinikums darstellen.

Lob aus Politik und Wirtschaft erwartet

An die vier Jahre Bauzeit sind für den Zentralbau ins Land gegangen – der so gut wie im Zeitplan blieb. Um Kosten rangen Klinikleitung und Landesregierung bis zuletzt. Am Freitag soll ab 13.30 Uhr jedoch Einigkeit demonstriert werden: Nach der Begrüßung von UKSH-Chef Prof. Jens Scholz ist ein Grußwort von Ministerpräsident Daniel Günther geplant. Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Uni-Vizepräsidentin Karin Schwarz, Medizin- sowie Wirtschaftsvertreter werden sprechen. Dazu gehören die den Bau durchführenden Ernst Wastler (Gesundheitsunternehmen Vamed), Markus Koch (Baufirma Bam) sowie Uli Wachholtz, Präsident des Unternehmerverbandes Nord.

Sie alle werden sicher den Neubau loben, mit dem das UKSH "eines der größten und modernsten Medizinzentren Europas" geschaffen haben will. Sprecher Oliver Grieve erinnert sich zurück: "Zuvor war der Campus ein Architekturmuseum: Immer wenn irgendwo etwas frei war, wurde gebaut." Jetzt seien im Zentralbau fast alle wichtigen Ambulanzen und Stationen zusammengefasst. Wege werden kürzer, Entscheidungen sollen schneller fallen. Angenehmer Nebeneffekt: Der Aufenthalt der Patienten verkürzt sich - und das UKSH spart Geld.

Digitale Prozesse spielen eine große Rolle

Grieve überschlägt sich vor Begeisterung: "Wir haben alle möglichen Digitalisierungsprozesse geclustert" - soll heißen: Hier läuft alles zusammen, und zwar mit modernster Technik. Auch der Patient soll über multimediale Systeme am Bett profitieren können. Damit kann er nicht nur Zeitung lesen und spielen, sondern auch Infos über seinen Aufenthalt erhalten und mitentscheiden. "Shared decision making", nennt das Grieve.

Ab 15 Uhr am Freitag können sich alle Interessierten beim Tag der offenen Tür im Rundgang durch das Gebäude ein Bild machen. Was besichtigt werden kann? Die neue Notaufnahme für Kinder, Kreißsaal, Intensivstation, Ambulanz-OP, Patientenzimmer, Tageskliniken und mehr. Außerdem präsentieren sich zahlreiche Abteilungen: Neuheiten und Innovationen, das Self-Check-In-System und die neue Versorgung mit dezentralem Catering werden ebenso vorgestellt wie das Tablet KIP, das Krankenhaus-Infotainment-System für Patienten.

Der echte Einzug folgt eine Woche später

Allen abgeschlossenen Neuerungen zum Trotz: Auf dem Campus muss noch weiter gebaut werden. Alte Kliniken um den Neubau sind weiter aktiv, andere wie die Gynäkologie werden noch abgerissen. Vom Parkhaus bis zur Förde soll einst der Blick geöffnet werden. In dieser Woche kommen täglich mehrere Lkw-Züge an, berichtet Umzugsmanagerin Ulrike Schrabback. Und der echte Umzug steht erst am Ende der nächsten Woche an: Tausende Kartons, Hunderte Betten und Patienten sollen in vier Tagen verladen werden.

Vielleicht gibt Sarah Connor ja Rückenwind und einen Ausblick auf den anschließenden Klinik-Alltag mit ihrem Auftritt am Freitag. Die Sängerin tut dem Klinikum den Gefallen, weil ihre Tochter in Kiel behandelt worden war, so UKSH-Chef Scholz. Der erste Hit der jetzt deutsch singenden Künstlerin war 2001 "Let's Get Back to Bed – Boy!" Betten passen ja auch zu einem Krankenhaus.

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