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Schleswig-Holstein Knochenschwund: Neuer Schnelltest aus Kiel
Nachrichten Schleswig-Holstein Knochenschwund: Neuer Schnelltest aus Kiel
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10:51 22.11.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Mit einem Informationstag für Patienten wollen am Sonnabend, 23. November, in Kiel das Netzwerk Osteoporose Paderborn und das UKSH auf die wachsende Bedeutung der Knochenschwund-Krankheit Osteoporose hinweisen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Von 10 bis 17 Uhr stehen im Hörsaal der Chirurgie (UKSH, Arnold-Heller-Straße 3, Eingang OPZ, neben den Containern zur Patienten-Anmeldung) Vorträge und Beratung im Mittelpunkt. Die Schirmherrschaft hat Landesgesundheitsminister Heiner Garg übernommen.

Über die Diagnostik nach Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) spricht Prof. Claus-Christian Glüer vom Moin CC, Kieler Zentrum für molekulare Bildgebung. Prof. Diethard Usinger, Bad Nauheim, geht den Fragen nach, was Rheuma und Arthrose mit Osteoporose zu tun haben, und welche Grunderkrankungen zu Osteoporose führen.

Test stößt auf großes Interesse

„Aktuelle Medikamente im Überblick – was gibt es Neues?“ ist das Thema von Dr. Julia Wegner, Fachärztin für Endokrinologie und Oberärztin am UKSH Kiel, „Knochenbruch bei Osteoporose – was ist zu tun?“ das Thema von Dr. Michael Müller, Leitender Oberarzt der Kieler UKSH-Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Prof. Anton Eisenhauer, stellvertretender Leiter Forschung Biogeochemie am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, informiert über Früherkennung und den neuen Schnelltest der Osteolabs GmbH, einer Ausgründung des Geomar. Der dort entwickelte Test soll anhand von Biomarkern aus Blut und Urin frühe Hinweise auf eine mögliche Osteoporose erfassen.

Lesen Sie auch: Auch junge Frauen können Osteoporose bekommen

Vergangene Woche wurde der Test auf der Fachmesse „Bio Europe“ in Hamburg präsentiert. „Das Interesse war sehr groß, die Resonanz fantastisch“, so Eisenhauer. Die Kieler „Osteolabs“-Gründer, die über Forschung an Korallen einen Frühtest gegen Knochenschwund (Osteoporose) entwickelt haben, gaben dabei ihren Aufstieg in die Europa-Liga bekannt. Wie Geschäftsführer Stefan Kloth bestätigte, hat Osteolabs einen Partner-Vertrag mit der weltweit tätigen Laborgruppe „Eurofins-LifeCodexx“ abgeschlossen. Das in Konstanz ansässige Unternehmen mit einem Jahresumsatz von knapp vier Milliarden Euro ist in Deutschland der führende Anbieter von nicht-invasiver Pränataldiagnostik.

Osteoporose: Die Folge sind häufige Knochenbrüche

Nach den Worten Kloths ist der neue Test in der Lage, aus einer Urin- oder Blutprobe frühzeitig Aussagen zum Auftreten einer möglichen Osteoporose zu machen. Bisher müssen Patienten für eine entsprechende Diagnose Röntgenstrahlung ausgesetzt werden – in den meisten Fällen, wenn eine Osteoporose schon aufgetreten und eine wirksame Behandlung zu spät ist. In Deutschland erkrankt rechnerisch jede zweite Frau ab 50 Jahren im Laufe ihres Lebens an Osteoporose. Die Krankheit entsteht durch Abbau von Kalzium in den Knochen und gefährdet die Stabilität des Skeletts. Die Folge sind häufige Knochenbrüche.

Gesetzlich Versicherte müssen den Test selbst bezahlen (einmalig 299 Euro), da eine Kassenzulassung noch fehlt. Privatversicherte können mit einer Erstattung der Kosten durch ihre Versicherung rechnen. Eisenhauer empfiehlt, stets vorher bei der jeweiligen Krankenversicherung anzufragen.

Zu wenig Aufmerksamkeit 

Der Veranstalter, das 2001 gegründete Netzwerk Osteoporose, arbeitet nach eigenen Angaben ehrenamtlich und unabhängig von der Pharmaindustrie. Vorsitzende Karin Mertel: „Da Osteoporose sich unbemerkt entwickelt, und zu Beginn meistens keine Schmerzen oder andere Symptome verursacht, wird dem Thema in unserer Gesellschaft nach wie vor noch immer nicht die notwendige Aufmerksamkeit für Strategien zur Primär-Prävention entgegengebracht.“

Patientenkongress, Sonnabend, 23. November, von 10 bis 17 Uhr, im Hörsaal der Chirurgie des UKSH in KielArnold-Heller-Straße 3, Eingang OPZ, neben den Containern zur Patienten-Anmeldung. Der Eintritt ist frei.

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