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Schleswig-Holstein Kraftwerke sollen früher vom Netz
Nachrichten Schleswig-Holstein Kraftwerke sollen früher vom Netz
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17:44 29.01.2019
Von Christin Jahns
Das neue Küstenkraftwerk soll das kohlebasierte Gemeinschaftskraftwerk in Kiel ab April ersetzen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

„Wir halten am Plan fest, Wedel bis 2022/23 zu ersetzen, und zwar durch einen Mix aus klimafreundlichen Anlagen“, sagt Jan Dube, Sprecher der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie. Das marode Steinkohlekraftwerk, das einst Vattenfall gehörte, stand zuletzt wegen Partikelausstößen in der Kritik und befindet sich aktuell in den letzten Zügen der Übernahme durch die Stadt Hamburg. Bis spätestens 2030 soll die gesamte Wärmeversorgung der Hansestadt ohne Kohle auskommen.

Küstenkraftwerk statt Kohlestrom

Das kohlebasierte Gemeinschaftskraftwerk in Kiel (GKK) soll noch bis zum 31. März Strom und Fernwärme liefern. Danach soll die 1970 in Betrieb genommene Anlage stillgelegt und durch das Küstenkraftwerk ersetzt werden. Durch den Wechsel von Kohle auf Gas und die effiziente Kraft-Wärme-Kopplung wird das neue Kraftwerk damit deutlich umweltfreundlicher und soll nach Angaben von Stadtwerke Kiel-Sprecher Sönke Schuster rund 70 Prozent weniger CO2 ausstoßen.

Stadtwerke: CO2-Emissionen um 40 Prozent senken

Auch auf dem Gelände der Flensburger Stadtwerke soll bis Ende 2022 ein neues Gaskraftwerk in Betrieb gehen. Die Anlage „Kessel 13“ soll zwei alte Kohlekessel vorzeitig ersetzen und den Anteil der Kohle ab 2023 auf 20 Prozent reduzieren. Dadurch können die CO2-Emissionen bei gleicher Erzeugungsmenge um 40 Prozent gesenkt werden. Der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Flensburg, Rolf Helgert, sieht in der Entscheidung eine Weichenstellung für den endgültigen Umstieg von Kohle auf Gas und die erweiterte Nutzung regenerativer Energien. So können Gaskraftwerke im Gegensatz zu Kohle- oder Atomkraftwerken innerhalb kurzer Zeit hoch- und runtergefahren werden und damit Schwankungen bei den erneuerbaren Energien ausgleichen.

Kohleausstieg kommt zu langsam

Auch Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht fordert mehr Tempo für die Energiewende: „Das Ergebnis der Kohlekommission ist ein Kompromiss, der den Kohleausstieg endlich besiegelt, ihn aber vor allem für das Energiewendeland Schleswig-Holstein noch immer zu langsam bringt“, sagt Albrecht. Aus seiner Sicht sollte man Kohlekraftwerke nicht nur durch erneuerbare Energien ersetzen, sondern auch eine CO2-Steuer einführen, die die Erneuerbare „von der Benachteiligung der hohen Abgaben und Steuern im Strommarkt befreit“.

Heike Stüben 29.01.2019
29.01.2019
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