Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Baut die A 21 endlich fertig!
Nachrichten Schleswig-Holstein

Kommentar: Baut die A21 bitte endlich fertig

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:15 31.12.2021
Von Bodo Stade
Fertig werden ist die Devise, meint stellvertretender Chefredakteur Bodo Stade.
Fertig werden ist die Devise, meint stellvertretender Chefredakteur Bodo Stade. Quelle: Ulf Dahl
Anzeige
Kiel

Erinnert sich noch jemand an Kurt Bodewig? Er war der wohl letzte Bundesverkehrsminister, der es gewagt hatte, eine Prognose zur A21 abzugeben. Bis 2010 solle der vierspurige Ausbau der B 404 durchgängig bis Kiel geschafft sein, prophezeite der SPD-Politiker einst bei seinem Antrittsbesuch im Norden. Von wegen. 20 Jahre ist das schon bald wieder her.

Die kleine Randnotiz macht deutlich, wie absurd lange dieses Verkehrsprojekt schon vor sich hin dümpelt. Stück für Stück sind in den vergangenen Jahren zwar ein paar Kilometer dazu gekommen. Doch ausgerechnet vor den Toren der Landeshauptstadt endet oder beginnt so manche Reise im Stau. Was für ein Wahnsinn.

Absurd ist das vor allem deswegen, weil es vermutlich nur wenige Straßenprojekte geben dürfte, deren Sinnhaftigkeit so unstrittig ist und deren Umsetzung doch einer schier unendlichen Geschichte gleicht. Woran das liegt, ist kaum zu erklären. An den bayerischen Verkehrsministern, die Bodewig folgten? An lokalen Widerständen, am mangelnden Willen, fehlenden Planungskapazitäten oder schlicht am Geld? Letzteres ist kaum vorstellbar, wenn man sich die unzähligen anderen Baustellen vor Augen führt, in die der Staat gerade in jüngster Zeit Milliarden von Euros hineingepumpt hat.

Der Newsletter der Chefredaktion

Montags bis freitags erhalten Sie aktuelle Nachrichten aus Schleswig-Holstein und Einblicke in den Newsroom in Ihr Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Vielleicht hat es etwas damit zu tun, was am gefährlichsten für solche Projekte ist. Die Vielzahl der Zuständigkeiten, zwischen denen der Fokus irgendwann abhanden gekommen ist. Ein halbes Jahrhundert nach Baubeginn wird es Zeit, dass sich das ändert. Die Verantwortlichen in den Kommunen, auf Landes- und auf Bundesebene sollten sich endlich unterhaken und zu Ende bringen, was aus guten Gründen angefangen wurde. Das hätte im Übrigen nichts mit Autowahn zu tun, sondern nur mit gesundem Menschenverstand. Es gäbe schlechtere Vorhaben für das neue Jahr.