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Schleswig-Holstein Christian Hiersemenzel zum Azubi-Amt
Nachrichten Schleswig-Holstein Christian Hiersemenzel zum Azubi-Amt
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10:00 18.02.2019
Von Christian Hiersemenzel
Foto: Christian Hiersemenzel ist Landtagskorrespondent der Kieler Nachrichten.
Christian Hiersemenzel ist Landtagskorrespondent der Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Die Kritik ist angekommen. Vertreter der SPD, aber auch der Gewerkschaften hatten in den vergangenen Monaten ihr Unverständnis geäußert, dass Berufsschullehrer als obersten Chef nicht mehr Bildungsministerin Karin Prien (CDU) haben sollen, sondern Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Als spielten pädagogische Belange plötzlich nur noch ein untergeordnete Rolle. Jamaika hat das Konzept daraufhin sanft korrigiert. Oberste Dienstaufsicht der Lehrer bleibt das Bildungsministerium. Gut so.

Ob der Streit um die Zuständigkeit des Wirtschaftsministeriums für das künftige Institut für berufliche Bildung damit insgesamt vom Tisch ist, darf allerdings bezweifelt werden. Dabei sind sich Politiker aller Couleur grundsätzlich einig, dass eine Aufwertung der dualen Ausbildung im Norden angesichts des drängenden Fachkräftemangels dringend erforderlich ist. Wer könnte einen besseren Draht in die Wirtschaft mit ihrem Bedarf haben als das zuständige Fachressort?

Jamaika handelt richtig

Staatssekretär Thilo Rohlfs wies in diesem Zusammenhang zu Recht auf das wichtige Thema Inklusion hin. Junge Menschen mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung brauchen passgenaue Ausbildungsplätze. Ein neues Landesamt, das einen unmittelbaren Zugang zu Schulen und Arbeitgebern hat, weiß genau, welche Sparten sich eignen. Und es kann Kontakte herstellen.

Ja, Bildung muss frei sein. In diesem Fall aber geht es darum, junge Leute auf ein berufliches Leben von morgen vorzubereiten. Jamaika macht in diesem Punkt alles richtig.

KN-online (Kieler Nachrichten) 17.02.2019
Kristiane Backheuer 17.02.2019