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Schleswig-Holstein Die AfD hat nicht genug Kandidaten
Nachrichten Schleswig-Holstein Die AfD hat nicht genug Kandidaten
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09:01 14.04.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
In Kiel hängen die Werbeplakate der Parteien für die Kommunalwahl schon – auch von der AfD. In anderen Städten wie Neumünster oder Flensburg tritt die Rechtspartei nicht an. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
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Kiel

„Wir hatten in Neumünster nicht genügend Kandidaten, um das hinzubekommen“, sagte der örtliche AfD-Vorsitzende Kay Albrecht. Die AfD hätte nur neun der 22 Wahlkreise der Stadt besetzen können. Zudem hätten sich nicht genügend Bewerber gefunden, die in der Ratsversammlung fünf Jahre lang Kommunalpolitik machten wollten. „Das wäre eine Super-Blamage geworden.“ Die AfD hat in Neumünster derzeit gerade einmal 49 Mitglieder.

In Neumünster treten LKR und NPD an

„Es ist schon enttäuschend, dass wir in Neumünster nicht antreten“, sagte der Fraktionschef der AfD im Landtag, Jörg Nobis. „Wir hätten dort ein gutes Ergebnis schaffen können.“ Andererseits tummeln sich gerade in Neumünster auch andere Rechtsparteien. Nur hier tritt zur der Kommunalwahl die liberal-konservative LKR und die rechtsextremistische NPD an.

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Anti-Rechts-Szene in Flensburg gut organisiert

In Flensburg hat die „Alternative für Deutschland“ nicht einmal einen eigenen Stadtverband, sondern ist Teil des Kreisverbandes Flensburg-Schleswig. Dessen Vorsitzender Frank Hansen begründete den Verzicht auf einen Antritt mit dem politischen Klima in Flensburg. Demnach würden sich einige potenzielle AfD-Kandidaten nicht trauen, offen für ihre Meinung einzustehen. In der Uni-Stadt ist die Anti-Rechts-Szene gut organisiert.

Stegner:„Es ist gut, dass die AfD nicht überall antreten kann“

„Die AfD scheitert erneut daran, in Schleswig-Holstein Fuß zu fassen“, freute sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Lasse Petersdotter. Die Partei falle auf allen Ebenen durch fehlendes und zerstrittenes Personal auf. „Schleswig-Holstein kann gut auf die AfD verzichten, in Neumünster und Flensburg oder darüber hinaus.“

Eine klare Ansage kommt auch von der SPD. „Es ist gut, dass die AfD nicht überall antreten kann“, sagte SPD-Chef Ralf Stegner. „Und wo die AfD auftritt, werden wir sie inhaltlich bekämpfen.“ Dass die AfD im Landtag sitze, werde ihr nichts nutzen, ergänzte Stegner. „Wer die AfD im Parlament betrachtet, kann das nur als abschreckendes Beispiel empfinden.“ Und: „Die AfD bewirkt gar nichts.“

13.04.2018
Frank Behling 13.04.2018
13.04.2018