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Schleswig-Holstein Konik-Pferdeherde zu groß
Nachrichten Schleswig-Holstein Konik-Pferdeherde zu groß
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12:16 05.03.2020
Für einige im Meldorfer Speicherkoog lebende Konik-Pferde werden neue Besitzer gesucht. (Symbolfoto) Quelle: Axel Heimken/dpa
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Meldorf

Der Bestand der Wildpferde soll nun um rund ein Drittel reduziert werden, wie ein Sprecher des Kreises Dithmarschen sagte. 28 Tiere sollen aus der Herde heraus genommen werden. «Gleichzeitig werden wir alle Koniks tierärztlich untersuchen und die Kranken behandeln lassen», sagte Uwe Maaßen, Leiter des Fachdienstes Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung im Kreis Dithmarschen.

Die ursprünglich aus den Niederlanden stammenden Pferde sind Teil eines Naturschutzprojektes. Die Herde grast seit 15 Jahren im Speicherkoog. Sie soll gemeinsam mit Schafen und Robust-Rindern die Büsche und den Schilfbewuchs der Region niedrig halten.

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Medien hatten berichtet, die Pferde seien unterernährt und ihre Hufe seien schlecht gepflegt. Wegen der Regenmassen der vergangenen Wochen habe das Futter wahrscheinlich nicht gereicht, so Maaßen. «Seit letztem Donnerstag füttern wir mit Heu zu.» Verhungert sei bislang kein Tier. Eine Ortsbesichtigung am Dienstag habe ergeben, dass über die Hälfte der Pferde in einem tadellosen gesundheitlichen Zustand sei. «Einige sind abgemagert, da muss man jetzt schnell helfen.» Drei tote Fohlen im Speicherkoog seien Fehlgeburten, wie Untersuchungen ergaben. Und «eine Stute starb an akutem Kreislaufversagen», sagte Maaßen.

Seit 2009 werden jahrweise überzählige junge Hengste, aber auch Stuten, an Interessierte abgegeben, wie der Nabu Schleswig-Holstein mitteilte. Als neue Heimat kämen vor allem Naturschutzprojekte in Betracht, wo die Tiere eine ähnliche Aufgabe wie im Speicherkoog wahrnehmen können. Junge Hengste würden aber auch an privat Interessierte vergeben.

Konik-Pferde werden 1,30 Meter bis 1,45 Meter groß. Sie sind gedrungen, haben einen sehr kräftigen Hals, starke Gelenke und zarte Hufe. Die Pferde sind direkte Nachfahren des polnischen Waldtarpans und werden oft zur Landschaftspflege eingesetzt.

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Von RND/lno