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Schleswig-Holstein Stoppt das Land die Schönberg-Bahn?
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10:42 08.03.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Zwischen dem Kieler Hauptbahnhof und Oppendorf fährt der neue "Hein Schönberg" schon seit September 2017. Quelle: vr: Volker Rebehn
Kiel

"Es gibt eine Erhöhung der Kosten", sagte AKN-Sprecherin Christiane Lage-Kress. Sie verwies zum einen auf die allgemein steigenden Baupreise. Zum anderen habe die AKN, die im Auftrag des Landes die Schönberg-Route ausbauen soll, im Zuge der Entwurfsplanung neue Erkenntnisse über den Zustand des Ober- und Unterbaus der Strecke gewonnen. Dem Vernehmen nach entdeckten die Experten der Eisenbahngesellschaft Altona-Kaltenkirchen-Neumünster unter anderem, dass die Tragschicht unter den Gleisen teils aus Sand besteht. Üblich ist ein fester Unterbau aus Kies und Erde.

Tragschicht unter den Gleisen aus Sand

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) wollte sich auf Anfrage nicht zu den möglichen Mehrkosten äußern. "Wir werden das Projekt aber gegebenenfalls noch einmal auf den Prüfstand stellen", sagte er ungewohnt schmallippig. "Nach einer Neuberechnung sind auch eine Reduzierung des Vorhabens oder ein Verzicht auf das Projekt mögliche Szenarien."

Alle Landesregierungen bekannten sich bislang zu dem Projekt

Die Nahverkehrsgesellschaft, die den Bahnverkehr in Schleswig-Holstein managt, mauerte auf die Frage nach den Mehrkosten und bekannte sich zu den Ausbauplänen. "Für Kiel und die Probstei ist das ein sehr wichtiges Projekt", sagte Geschäftsführer Bernhard Wewers. Seit 2017 rolle der Zugverkehr bereits zwischen dem Hauptbahnhof und Kiel-Oppendorf. Der Ausbau der Reststrecke bis zum Schönberger Strand gehe auf einen Beschluss der früheren SPD-geführten Regierung zurück. Zu diesem Beschluss stehe auch die jetzige CDU-geführte Regierung.

Lesen Sie auch: Ulf B. Christen zur Schönberg-Bahn

Vorarbeiten sind nahezu abgeschlossen

Die Vorarbeiten für die Reaktivierung der Strecke sind nahezu abgeschlossen. In den nächsten Tagen will die AKN die Ausbaupläne den Genehmigungsbehörden vorlegen. Nach dem bisherigen Zeitplan sollen die Bauarbeiten an Gleisen, Haltepunkten und Bahnübergängen nach dem Planfeststellungsbeschluss (Herbst 2020) anlaufen. Die ersten Züge könnten ab 2022 im Stundentakt fahren.

Züge könnten ab 2022 fahren

Die Regierungskoalition ist bisher offenbar nicht vollständig in das Schönberg-Problem eingeweiht. Dafür warben CDU, Grüne und FDP am Donnerstag im Landtag umso engagierter dafür, den Zugverkehr in Schleswig-Holstein auszubauen und Pendlern die Fahrt in die Städte zu erleichtern.

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