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Schleswig-Holstein Mehr Tatverdächtige aus dem Ausland
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13:56 09.04.2019
Von Bastian Modrow
Die Kriminalität "nicht deutscher" Tatverdächtiger ist laut Landespolizei 2018 gestiegen. Quelle: Carsten Rehder
Kiel

Ein Flüchtling aus Afghanistan soll am Wochenende eine Frau (36) aus Preetz getötet haben - möglicherweise ein Beziehungsdrama. In den sozialen Netzwerken entbrannte daraufhin eine Debatte über Straftaten von Menschen "nicht deutscher Herkunft". Doch was sagt die offizielle Statistik?

Kriminalitätszuwachs um 6,3 Prozent

2,89 Millionen Menschen waren laut Statistikamt Nord zum Stichtag 31. Dezember 2017 in Schleswig-Holstein gemeldet. Davon waren 243.615 Männer und Frauen Einwohner "nicht deutscher Herkunft" - ein Zuwachs von 13.435 Personen.

2018 sind aus dieser Gruppe von der Landespolizei Schleswig-Holstein 15.635 Personen bei Straftaten als Tatverdächtige ermittelt worden (exklusive ausländerrechtlicher Verstöße gegen das Asylrecht) - 920 mehr als noch 2017. Das entspricht einem Zuwachs von 6,3 Prozent.

Im Vergleich dazu: 50.313 Deutsche wurden 2018 als Tatverdächtige in Schleswig-Holstein geführt.

Interaktive Karte: Tatverdächtige nach Nationalitäten in Schleswig-Holstein

Deutlich mehr Flüchtlinge in Schleswig-Holstein unter Tatverdacht

Laut Jahresbericht der Polizei lebten 2018 insgesamt 29.615 Syrer in Schleswig-Holstein (2017: 26 620 Flüchtlinge). Von ihnen sind 1689 polizeilich in Erscheinung getreten - ein Zuwachs von 304 Personen (plus 21,9 Prozent). Von den landesweit registrierten 13.475 Menschen aus Afghanistan sind 1172 als Verdächtige von der Polizei geführt worden (2017: 12 940). Das sind 203 Migranten mehr als noch 2017, was einem Zuwachs von 20,9 Prozent entspricht. 

2665 Männer und Frauen aus Eritrea lebten 2018 in Schleswig-Holstein (2017: 2380). Davon sind 184 von der Polizei als Tatverdächtige geführt worden - 33 mehr als noch im Jahr zuvor (plus 21,9 Prozent). Prozentual am auffälligsten ist die Entwicklung bei in Schleswig-Holstein lebenden Georgiern. Von den 370 gemeldeten Personen (2017: 365) wurden 177 verdächtig, eine Straftat begangen zu haben. Das sind 76 Personen mehr als 2017, was einem Plus von 75,2 Prozent entspricht.

Weniger kriminelle Dänen und Litauer in Schleswig-Holstein

Allerdings gibt es auch Länder mit gegenteiligem Trend: So lebten im Jahr 2018 mit 7070 Dänen 120 Frauen und Männer mehr als noch 2017 im Land, die Zahl der Verdächtigen bei Straftaten ging aber um fast 19 Prozent von 218 auf 177 zurück.

Ähnlich sah es bei Zuwanderern aus Litauen aus: Auch hier stieg der Bevölkerungsanteil um 6,1 Prozent, die Zahl der Tatverdächtigen aber sank um mehr als 20 Prozent.  

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