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Schleswig-Holstein Wacken: Schwächen im Katastrophenschutz?
Nachrichten Schleswig-Holstein Wacken: Schwächen im Katastrophenschutz?
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08:00 06.05.2019
Von Jürgen Küppers
Bis zu 180 Sanitäter sind beim Wacken Open Air zeitgleich im Einsatz. Doch im Katastrophenfall würde das nicht reichen. Der Steinburger Landrat verlangt jetzt vom Land verbindliche Regeln für Einsätze im Katastrophenfall bei Großveranstaltungen.  Quelle: IMG__3huka-DSC02125.jpg_1_1_T1I1I16.jpg
Kiel

Derzeit gibt es nach Wendts Angaben vom Land Schleswig-Holstein nur Empfehlungen, aber keine verbindlichen Vorgaben, welche Einsatzeinheiten mit welchem Material oder welcher personeller Ausstattung im Katastrophenfall zur Verfügung stehen. "Wenn ich im Ernstfall beim Wacken Open Air erst bei Kollegen anderer Kreise oder Rettungsdiensten nachfragen muss, ob und wie sie helfen könnten, vergehen wertvolle Stunden."

Der Landrat (parteilos) weiß, wovon er spricht. Schließlich bildete er jahrelang nicht nur Sanitäter aus, er leitete auch zahlreiche Katastropheneinsätze - zum Beispiel beim Elbe-Hochwasser 2002. "Und da habe ich einige drastische Fehlentscheidungen und deren Folgen erlebt."

Auch Kindesmisshandlung ist bei Rettern zunehmend Thema

Ob und wann die derzeit laufenden Gespräche mit Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) zu einem Katastrophenschutz-Erlass zum Erfolg führen, kann Torsten Wendt noch nicht einschätzen: "Sicher ist nur, dass solche Regeln natürlich auch Geld kosten. Doch eine solche Vorsorge sollte dem Land auch etwas wert sein."

Außer um Katastrophenschutz bei Großveranstaltungen wie beim Wacken Open Air oder dem Hurricane-Festival in Scheeßel ging es in einem weiteren Themenschwerpunkt des Kieler DRK-Symposiums mit rund 150 Teilnehmern aus dem ganzen Norden noch um ein weiteres Problem, das Notfallretter zunehmend beschäftigt: Was können, was müssen sie tun, wenn sie am Einsatzort den Verdacht haben, dass Kinder misshandelt wurden?

Fallzahlen und Unsicherheiten nehmen zu

"Leider nimmt die Zahl solcher Kinderschutzfälle bei uns zu und damit natürlich auch die Unsicherheit der Kollegen vor Ort", erklärte der für Rettungsdienste und Katastrophenschutz im DRK-Landesverband zuständige Abteilungsleiter Mathias Balke. Zum Beispiel, wenn Eltern den von ihnen alarmierten Rettungskräften erklären, die Verletzungen ihres Kindes seien Folgen eines Treppensturzes. "Wenn es so ein Treppe in der Wohnung aber gar nicht gibt, werden die Kollegen natürlich stutzig", berichtete Balke.

In Workshops und bei einer Podiumsdiskussion erklärten Fachleute des Kinderschutzbundes sowie Kinder- und Jugendmediziner des Kieler Uniklinikums den Symposiumsteilnehmern, wie sie in solchen Zweifelsfällen am besten vorgehen sollten: die Sachlage vor Ort möglichst exakt dokumentieren, keine Bewertungen den Eltern gegenüber vornehmen, Kinder möglichst schnell aus der häuslichen Situation zur weiteren medizinischen Abklärung in eine Klinik bringen oder gegebenenfalls noch Hilfen von Kinderschützern organisieren.

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