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Schleswig-Holstein Lage im Norden normalisiert sich – „Sabine“ behindert weiter Reisende
Nachrichten Schleswig-Holstein Lage im Norden normalisiert sich – „Sabine“ behindert weiter Reisende
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10:55 10.02.2020
Die sturmbedingten Einsätze in Kiel hielten sich in Grenzen. Quelle: Frank Behling
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Lübeck/Kiel

Nach dem Durchzug des Sturmtiefs „Sabine“ hat sich die Lage im Norden am Montag wieder beruhigt. „Wir haben jetzt etwa 20 Anrufer die Stunde, das ist wie in einer normalen Nacht“, sagte ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr am frühen Montagmorgen. „So langsam wird es in Hamburg wieder ruhiger. Sabine zieht weiter“, hatte die Feuerwehr gegen Mitternacht bereits getwittert. In der Spitze waren in der Hamburger Einsatzzentrale bis zu 150 Notrufe pro Stunde eingegangen. Auch die Leitstellen in Schleswig-Holstein meldeten eine Beruhigung der Lage.

Zwei umgefallene Bäume sorgten in Hamburg für größere Einsätze. Im Hamburger Stadtteil Blankenese sei am Sonntag eine Kastanie in ein Einfamilienhaus gestürzt. Das Dach und zwei Wände seien eingestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagabend. In Lurup sei ein Baum in 15 Metern Höhe abgebrochen und ebenfalls auf ein Haus gestürzt. In beiden Fällen gab es aber keine Verletzten. Insgesamt hatte Sturmtief Sabine der Hamburger Feuerwehr etwa 300 Einsätze beschert.

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Die Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein konnten ebenfalls seit Mitternacht aufatmen. Es seien nur noch vereinzelt umgestürzte Bäume gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Nach Angaben der Polizeileitstellen rückten die Helfer im Land seit Sonntag zu mehr als 400 wetterbedingten Einsätzen aus.

Bahn

Bei der Bahn im Norden normalisierte sich am späten Vormittag die Lage. Die meisten Regionalbahnen haben den Betrieb wieder aufgenommen, fahren allerdings noch langsamer, sagte eine Sprecherin. Probleme gebe es noch auf der Strecke Hamburg - Hannover - Uelzen. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn soll nach Unternehmensangaben erst am späten Vormittag wieder ins Rollen kommen. Das Unternehmen erwartet jedoch noch Störungen den ganzen Tag über und rät Fahrgästen heute und morgen noch von nicht zwingend nötigen Fahrten ab. Tickets behalten wegen des Sturms bis kommenden Dienstag ihre Gültigkeit. Das gilt auch für eigentlich zuggebundene Fahrscheine.

Flughafen

Die Auswirkungen von „Sabine“ werden am Hamburger Flughafen auch am Montag weiter spürbar sein. Zwar starten und landen Maschinen, aber 42 Ankünfte und 47 Abflüge seien gestrichen, sagte eine Sprecherin. Normalerweise gebe es 200 Starts und Landungen an einem Tag. Fluggäste werden gebeten, sich bei ihrer Airline über den Status ihres Fluges zu erkundigen.

Fähren

Der Sylt Shuttle und der „Blaue Autozug Sylt“ pendelten am Montag wieder. Das teilten die Unternehmen am Montagmorgen auf ihren Webseiten mit. Auch die Fähren zu den nordfriesischen Inseln und Halligen hatten den Betrieb wieder aufgenommen. Aufgrund des Sturmtiefs „Sabine“ und der damit verbundenen Hochwasserstände komme es jedoch zu einigen Fahrplanänderungen und Ausfällen, wie die Wyker Dampschiffs-Reederei mitteilte.

Hier sehen Sie Bilder von Sturmtief "Sabine" in Schleswig-Holstein.

Hochwasser

Für die Nordseeküste besteht laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montagnachmittag die Gefahr einer Sturmflut, für Hamburg sagte das BSH für Montagabend ebenfalls einen Wasserstand vorher, der 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen könnte. Der Fischmarkt im Hafen könnte also überflutet werden.

In Pinneberg hatte zwischenzeitlich ein Kran für Aufregung gesorgt. Weil der 33 Meter hohe Baukran umzukippen drohte, evakuierte die Feuerwehr mehrere Gebäude in der Umgebung. Fast alle der 120 betroffenen Anwohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg am Abend mit. Der Kran überstand den Sturm jedoch, wie ein Sprecher am Morgen sagte.

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Von RND/dpa

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