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Schleswig-Holstein Land SH bestellt E-Züge von Stadler
Nachrichten Schleswig-Holstein Land SH bestellt E-Züge von Stadler
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16:07 19.06.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) bei einer Rede im Parlament in Kiel.  Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) begrüßte den Beschluss des Finanz- und des Verkehrsausschusses, den Auftrag an den deutschen Ableger des Schweizer Zugherstellers Stadler zu vergeben. "Mit dieser Vergabe wird Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter im Bahnverkehr sein."

Die Elektro-Züge vom Typ "Flirt Akku" sollen ab 2022 etwa auf den Strecken zwischen Kiel und Lübeck oder Flensburg die klimaschädlicheren Diesel-Triebwagen ablösen. Die Flirt-Züge (124 Sitzplätze) haben ihre Akkus auf dem Dach, eine Reichweite bis zu 150 Kilometern, sind klimatisiert und mit Wlan ausgestattet.

Werkstätten für die Wartung in Rendsburg und Neumünster

Die Stadler Pankow GmbH (Berlin) soll die Züge in einem Zeitraum von 30 Jahren warten. Dafür will Stadler in Rendsburg und Neumünster Werkstätten einrichten.

Die Vergabeentscheidung ist nicht rechtskräftig. Die unterlegenen Bewerber können bis Ende Juni Beschwerde bei der Vergabekammer des Landes einlegen. Schon vor dem Hauptverfahren waren Anbieter anderer Zukunftstechnologie ausgeschieden, darunter Alstom. Die Klage des Herstellers von Wasserstoff-Zügen gegen die Vergabekriterien war in der vergangenen Woche letztinstanzlich vom Oberlandesgericht Schleswig abgewiesen worden.

Für Batterie-Züge bietet Schleswig-Holstein gute Voraussetzungen. Nur 29 Prozent der Streckennetzes - so wenig wie in keinem anderen Bundesland - sind elektrifiziert, nämlich die Hauptstrecken von Flensburg, Kiel und Lübeck nach Hamburg. Auf allen Nebenrouten sind bisher mangels Oberleitung Diesel-Triebwagen unterwegs.

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