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Schleswig-Holstein Kampagne gegen Handy am Steuer gestartet
Nachrichten Schleswig-Holstein Kampagne gegen Handy am Steuer gestartet
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19:56 19.08.2019
Von Katharina Horban
Im Bruchteil einer Sekunde kann es zu spät sein. Moritz Christiansen (18) lernt in einem Simulator, dass man sich besser nicht von einem Handy ablenken lassen sollte. Quelle: Frank Peter
Kiel

Die Kampagne gegen die digitale Ablenkung am Steuer trägt den Titel „Mach es aus, bevor es aus ist!“. Der Startschuss fiel gestern im Kieler Ernst-Barlach-Gymnasium. Den Ablenkungssimulator, das Herzstück der Kampagne, kann man in der nächsten Zeit in ganz Schleswig-Holstein ausprobieren – Start ist nächstes Wochenende in Neumünster.

„Ich möchte es nicht erleben, dass einer von euch wegen des Handys am Steuer in einen schweren Unfall gerät“, appellierte Schulleiter Christian Stegmann zu Beginn der Veranstaltung an die etwa 150 anwesenden Oberstufenschüler. Deshalb sei diese Unterrichtsstunde der besonderen Art so wichtig. Matthew Wilby, stellvertretender Vorsitzender der Provinzial, berichtete aus dem Alltag seiner Versicherungsfirma: Jeden Tag würden Unterlagen auf seinem Schreibtisch landen über Unfälle, die eigentlich zu vermeiden sind.

Bußgelder zeigen keine Wirkung

Beim Simulator ist ein Unfall jedoch nicht vermeidbar, wie Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht, betonte: Das Programm sei so aufgebaut, dass es fast immer zu einem Verkehrsunfall kommen müsse – nur so könnten diejenigen im Simulator auch etwas aus der Situation lernen. Durch Textnachrichten oder auch Musik werde man in der Simulation gezielt vom Autofahren abgelenkt – und ein anderes Fahrzeug oder Personen auf der Fahrbahn sind auf einmal schnell da. Warum die Kampagne überhaupt durchgeführt wird: Eine Erhöhung der Bußgelder hat laut Benz nicht den gewünschten Erfolg gezeigt.

Nicht ohne Grund wurde die Aktion in einer Schule gestartet: Zwar geht die Nutzung des Handys am Steuer quer durch alle Altersgruppen, doch mit 85 Prozent ist sie bei den 18- bis 29-Jährigen am größten. Für diese Altersgruppe ist das Smartphone meist ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Alltags. Aber auch rund 75 Prozent der 30- bis 44-Jährigen greifen während der Autofahrt zum Handy. „Der Verzicht auf das Handy muss so selbstverständlich sein, wie es das Anschnallen heute schon ist“, forderte deshalb Innenminister Hans-Joachim Grote.

Polizei ahndet immer mehr Verstöße

Damit diese Botschaft bei den Jugendlichen auch ankommt, bezog sich der CDU-Minister auf die Zahlen der Landespolizei Schleswig-Holstein: 2018 hat diese bei Kontrollen 16.509 Verstöße gegen das Verbot, Handys und andere elektronische Geräte am Steuer zu bedienen, festgestellt. Dies stellt eine Steigerung um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. „Was ich Ihnen auf den Weg geben möchte: Welche Folgen hat das für mich und meine Familie?“, sagte der Politiker. Er betonte mehrmals, dass jeder Autofahrer nicht nur für sich Verantwortung habe, sondern auch für die Menschen, die einen lieben.

Nach diesen einprägsamen Worten ging es zum praktischen Teil über: Moritz Christiansen war einer der ersten, die den Blindfahrtsimulator ausprobieren konnten. Der Schüler, der seit fünf Monaten seinen Führerschein hat, verwendet sein Handy hin und wieder als Navigationsgerät – dann sei es aber in der dafür vorgesehenen Halterung. Der 18-Jährige berichtete: „Die letzten Minuten haben mir auf jeden Fall gezeigt, wie schnell das gehen kann.“

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