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Schleswig-Holstein Projektgesellschaft Deges plant die A20
Nachrichten Schleswig-Holstein Projektgesellschaft Deges plant die A20
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16:52 19.12.2017
Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger (links) und Verkehrsminister Bernd Buchholz unterzeichnen im Anschluss an eine Pressekonferenz einen Vertrag zur weiteren Planung der Autobahn A 20 in Schleswig-Holstein. Im Hintergrund steht LBV-SH-Direktor Torsten Conradt, der bisher für die Planungen zuständig war. Quelle: Thomas Eisenkraetzer
Kiel

Schleswig-Holstein klinkt sich aus der weiteren Planung der Autobahn A 20 aus. Dafür übernimmt 2018 die Deges, eine Projektgesellschaft des Bundes und der Länder, diese Aufgabe, wie Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstag in Kiel mitteilte. Das Kabinett hatte zuvor zugestimmt. Buchholz und Deges-Geschäftsführer Dirk Brandenburger unterschrieben einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag. Das Land zahlt der Deges bis 2020 rund 17,2 Millionen Euro. Danach übernimmt - spätestens 2021 - ohnehin die neue Autobahngesellschaft des Bundes die Zuständigkeit.

Buchholz betonte, die Deges habe mit Autobahnprojekten große Erfahrung. Und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr könne die jetzt freien Planungskapazitäten etwa für einen beschleunigten Ausbau der B 5 an der Westküste oder der B 404 zur A 21 einsetzen. Der Ausbau der A 20 bleibe neben der Fehmarnbeltquerung das wichtigste Verkehrsprojekt im Norden und habe hohe Priorität.

Buchholz dankte dem Landesbetrieb für die bisherige Umsetzung und Planung der A 20 trotz des über Jahre auferlegten Stellenabbaus unter früheren Landesregierungen. Der Wechsel der Planungsverantwortung bedeute kein Zweifel an den Fähigkeiten des Landesbetriebs - im Gegenteil. Im Vordergrund stehe der Aspekt der Ressourcengewinnung für andere angestrebte Straßenbauprojekte, verbunden mit der Erwartung auf eine zügige Arbeit der Deges. Es sei ungemein schwierig, das notwendige Fachpersonal zu gewinnen. Das Personal des Landesbetriebs werde trotz der Abgabe der A 20 weiter aufgestockt.

In den vergangenen 27 Jahren wurden dem Minister zufolge von der Landesgrenze Mecklenburg-Vorpommern bis kurz vor Bad Segeberg knapp 40 Kilometer gebaut. "Und das bei teils massiven Widerständen und unter teils schwierigsten Rahmenbedingungen", sagte Buchholz. Für die übrigen 80 Kilometer bis zur geplanten westlichen Elbquerung bei Glückstadt liegen inzwischen drei Planfeststellungsbeschlüsse vor, die aber allesamt beklagt sind.

Deges-Geschäftsführer Brandenburger bezeichnete die Planung und den Bau der A 20 als "eine Aufgabe, die es in sich hat - wir sind zuversichtlich das Projekt stemmen zu können". Unter den etwa 170 Projekten der Deges sei die A 20 wegen der vielen Naturschutzaspekte und den Klagen, aber auch technischen Gründungsproblemen für die Autobahn eine besonders schwierige Herausforderung.

Einen Zeitplan für den Ausbau der A 20 wollte Brandenburger bewusst nicht nennen. "Denn vor dem Bauen kommt die Baugenehmigung." Und die Baugenehmigungen für die Teilabschnitte müssten gründlich vorbereitet werden. Dabei gelte die Devise "richtig ist am schnellsten".

Als künftige Strategie nannte er dort Teil-Abschnitte der A 20 zu bauen, wo es jeweils möglich ist. Die Autobahn müsse also nicht durchgängig von Osten nach Westen weitergebaut werden. Auf die Frage, ob möglicherweise Teil-Abschnitte der A 20 am Ende gar nicht realisiert werden könnten mangels Baugenehmigungen, meinte Brandenburger, er sehe zurzeit hierfür keine Anzeichen.

Minister Buchholz geht davon aus, dass in der laufenden Legislaturperiode bis 2022 zumindest alle Planfeststellungsbeschlüsse für die A 20 vorliegen. "Beim nächsten Landtagswahlkampf wird der Bau der A 20 jedenfalls keine Rolle mehr spielen, weil er dann feststeht."

Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig Holstein, UV Nord, begrüßte die künftige Planung durch die Deges. "Mit dem aktuellen Ausbau der A7 hat die Deges bereits gezeigt, wie zügig es gehen kann. Jetzt gilt es auch dem Weiterbau der A 20 neuen Schwung zu verleihen."

Von lno

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