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Schleswig-Holstein Seit 25 Jahren für Flüchtlinge zuständig
Nachrichten Schleswig-Holstein Seit 25 Jahren für Flüchtlinge zuständig
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07:02 04.05.2018
Von Stephan Ures
Salim Shahid vom DRK leitet die Kleiderkammer in der Erstaufnahmeeinrichtung Boostedt. Quelle: Stephan Ures
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Neumünster

Der ganz große Zulauf an Flüchtlingen ist Geschichte. Über 30000 waren es vor drei Jahren in Schleswig-Holstein. Etwa ein Sechstel davon - gut 5000 - kamen 2017, 2018 könnte es nach derzeitigen Prognosen ungefähr bei dieser Zahl bleiben. Die Probleme liegen jetzt nicht mehr im schieren Andrang der Asylsuchenden wie damals, sondern woanders: Viele haben gar keine Perspektive, in Deutschland zu bleiben, weil ihre Anträge abgelehnt werden, aber sie müssen trotzdem betreut und untergebracht werden, mitunter über Monate.

Wenn sich die Asylgewährung hinzieht, liegt es mitunter an den Betroffenen selbst mit ihren Einsprüchen und Beschwerden, erklärt Maria von Glischinski, Projektleiterin des DRK für die beiden Unterkünfte in der ehemaligen Scholz-Kaserne in Neumünster (760 Betten, rund 560 belegt) und der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt (1760 Betten, rund 1000 belegt). Doch in der Regel haben es die Flüchtlinge nicht zu verantworten, dass sie monatelang in den Aufnahmeeinrichtungen bleiben – manche in Ungewissheit, manche aber auch schon mit der enttäuschenden Aussicht, dass sie nicht werden bleiben können.

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1993 gegründet

Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten wurde am 1. April 1993 in Itzehoe gegründet. Anlass war die vorangegangene, größere Flüchtlingswelle von 1991 und 1992, als vor allem Menschen aus den auseinander gebrochenen Ostblockstaaten nach Deutschland kamen, davon allein in jenen beiden Jahren über 20000 nach Schleswig-Holstein. Seit 1998 ist das Landesamt am Haart in Neumünster ansässig.

Zuständig ist das Landesamt für die Unterbringung aller jenen Ausländer, die kein Visum haben, Asyl begehren, Bürgerkriegsflüchtlinge oder unerlaubt eingereist sind; außerdem auch für Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer, zwei Gruppen, die zurzeit aber keine große Rolle spielen.

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