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Schleswig-Holstein Neues Amt für Azubis geplant
Nachrichten Schleswig-Holstein Neues Amt für Azubis geplant
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10:00 18.02.2019
Von Christian Hiersemenzel
Ob Schweißer, Bäcker oder Maurer: Das neue Landesamt soll die berufliche Ausbildung attraktiver machen. Quelle: Patrick Pleul
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Kiel

Bislang war das Wirtschaftsministerium für Ausbildungsfragen zuständig, das Bildungsministerium für Schulen, das Umweltministerium für die grünen Berufe und das Sozialministerium für die Gesundheits- und Pflegeberufe. Um die vielen Bereiche zu bündeln, müsste der Landtag das Schulgesetz ändern. Die parlamentarische Beratung beginnt voraussichtlich ab diesem Sommer. Bereits im März starten Workshops mit den Schulleitern und kommunalen Vertretern.

Amt soll Fachkräftemangel lindern

„Wir stehen an einer Zeitenwende“, sagte Bildungsstaatssekretärin Dorit Stenke (parteilos) unserer Zeitung. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr junge Leute lieber studierten als eine Ausbildung zu beginnen, sei es höchste Zeit, die berufliche Orientierung in allen Schularten zu stärken. Laut Prognose des Wirtschaftsministeriums fehlen bis zum Jahr 2030 im Norden rund 100.000 Fachkräfte.

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Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) wies darauf hin, dass 85 Prozent dieser Menschen nicht studiert haben müssten. „Wir erhoffen uns vom neuen Landesamt die Kraft für Kampagnen. Wir wollen die Qualität der beruflichen Bildung erhöhen und die Schulaufsicht personell um mindestens 20 bis 25 Stellen aufstocken.“

Opposition will Zuständigkeit ändern

Das künftige Amt firmiert unter dem Namen „Schleswig-Holstein Institut für berufliche Bildung“ (Shibb) und ist erster Ansprechpartner für alle 34 Berufsschulen mit ihren 4400 Lehrern und 93.000 Schülern. Es steht zwar unter dem Dach des Wirtschaftsministeriums, die oberste Schulaufsicht bleibt aber nun doch in der Hand des Bildungsministeriums. In den vergangenen Monaten hatte es eine Menge Kritik gegeben, dass das Wirtschaftsministerium für Berufsschullehrer zuständig sein soll. SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat sprach sogar von einem „koalitionsinternen Kuhhandel“. Bei einem Regierungswechsel würde man das sofort rückgängig machen.

Christian Hiersemenzel 18.02.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 17.02.2019
Kristiane Backheuer 17.02.2019
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