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Schleswig-Holstein Prozess nach Schießerei in Wahlstedt
Nachrichten Schleswig-Holstein Prozess nach Schießerei in Wahlstedt
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19:26 16.07.2018
Von Stephan Ures
Die 1. Strafkammer des Landgerichts unter dem Vorsitz von Richter Michael Scheck (3. von rechts) verhandelt gegen einen 38-jährigen Wahlstedter. Quelle: Stephan Ures
Wahlstedt

Der Angeschossene, ein 38-jähriger Wahlstedter, ist unter anderem wegen Bedrohung und tätlichen Angriffs gegen die Beamten angeklagt. Der Mann ist psychisch krank.

Anwohnerin ließ die Polizei rufen

Kurz vor Mittag ging am 31. Dezember eine Wahlstedterin mit ihrem Hund spazieren, und als sie das Haus im Heideweg passierte, kam ihr jemand verdächtig vor, der mit Hoodie und Rucksack auf der Terrasse stand. Sie ließ über ihre Schwägerin die Polizei rufen. Eine Zivilstreife mit zwei Mann traf zunächst ein, kurz darauf zwei uniformierte Beamten.

Angstgefühle und Menschenscheu

Der Sohn des Hauses leidet seit seiner Teenagerzeit unter einer psychischen Erkrankung, die sich vor allem durch wachsende Angstgefühle und Menschenscheu bemerkbar macht. Der Mann nimmt dauerhaft Medikamente. Er empfand die Männer, die da jetzt aufs Grundstück kamen, um nach einem vermeintlichen Einbrecher zu suchen, offenbar als bedrohlich und lief weg – ein für ihn typischer Reflex.

Schreckschusspistole gezogen

Was die Sache so ernst machte, war die Schreckschusspistole, die der Wahlstedter bei sich hatte. Wie die Mutter versicherte, war sie nur für die Silvesterballerei gedacht, mit Platzpatronen und Leuchtkugeln.  Dass es keine scharfe Waffe war, wussten die Beamten zu diesem Zeitpunkt nicht. Schließlich stellten drei Beamten den Mann am Gildeweg. Der Flüchtende habe die Waffe erneut hochgerissen und gefeuert, sagte ein Polizist als Zeuge. Daraufhin schossen zwei der Beamten dem Mann ins Bein.

Wer wann was gerufen hatte und ob die Polizisten eher hätten wissen können, wen sie da verfolgten und dass es eine Schreckschusswaffe war, blieb vor Gericht bislang ungeklärt.

Fortsetzung am Dienstag

Die Verhandlung wird am Dienstag fortgesetzt, unter anderem mit den Aussagen einer psychiatrischen Sachverständigen. Das Urteil wird ebenfalls erwartet. Der Vorsitzende Richter Michael Scheck deutete im Hinblick auf das psychologische Gutachten bereits an, dass von Schuldunfähigkeit die Rede sein könnte.

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