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Schleswig-Holstein Drogendealer muss drei Jahre in Haft
Nachrichten Schleswig-Holstein Drogendealer muss drei Jahre in Haft
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06:00 29.06.2019
Von Thomas Geyer
Die Justiz hat entschieden: Drogendealer muss ins Gefängnis. Quelle: Christian Charisius
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Norderstedt

Der Staatsanwalt hatte dagegen vier Jahre Haft für den Polen gefordert und erwägt jetzt Revision gegen den Freispruch. Aus seiner Sicht sind die Beweise gegen den mutmaßlichen Initiator des Drogengeschäfts erdrückend. Der Pole habe sich kurz vor Sicherstellung des Stoffes (Straßenverkaufswert: rund 340.000 Euro) nachweislich in Amsterdam und zwei Tage später in Dänemark aufgehalten, wo die Abnehmer auf den Stoff warteten. 

Diese Feststellungen reichten der Strafkammer für eine Verurteilung nicht aus: Die Richter zweifelten an der Aussage des verschuldeten Norderstedter Geschäftsmanns. Der habe den nicht vorbestraften Polen während der sechstägigen Prozesses schwer belastet – möglicherweise, um selbst in den Genuss einer Strafmilderung zu kommen. Der Staatsanwalt hatte deshalb nur zweieinhalb Jahre Haft für den Kronzeugen gefordert.

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Zeuge stieß zufällig auf Alu-Koffer

Doch die Darstellung des angeblichen „Aufklärungshelfers“ erschien der Kammer wenig plausibel. So sei nicht nachvollziehbar, warum der Norderstedter, der nach eigenen Angaben im Pkw von Holland nach Dänemark fahren sollte, den Stoff entgegen der Absprache in der von ihm gemieteten Halle deponierte. Dort stieß zufällig ein Zeuge auf einen Alu-Koffer mit 60 verdächtigen Plastiktüten und alarmierte die Polizei.

Ungewöhnlich auch dies: Der angeblich für 2000 Euro Belohnung angeheuerte Drogenkurier präparierte den Pkw des mutmaßlichen Drahtziehers mit einem GPS-Sender, um so ständig dessen Standort kontrollieren zu können. Das Gericht schloss nicht aus, dass der Norderstedter nur deshalb so genau über den Aufenthalt des Polen in Amsterdam informiert war. Im Prozess hatte der 46-Jährige behauptet, man habe sich dort in einem Café getroffen, um den Stoff abzuholen. 

„Es stand Aussage gegen Aussage“, fasste der Vorsitzende Michael Scheck in der Urteilsbegründung zusammen. Der Pole hatte jegliche Beteiligung an einem Drogengeschäft bestritten und vor Gericht geschwiegen. Er soll jetzt für die zu Unrecht erlittene U-Haft entschädigt werden. Strafmildernd für den Norderstedter wertete die Kammer, dass der Stoff nicht in Umlauf kam.