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Schleswig-Holstein Sind qualvolle Transporte Einzelfälle?
Nachrichten Schleswig-Holstein Sind qualvolle Transporte Einzelfälle?
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06:00 08.03.2019
Von Christian Hiersemenzel
Tagelange Transporte in Drittländer außerhalb der EU: Schleswig-Holstein ringt um ein dauerhaftes Verbot. Quelle: imago stock&people
Kiel

Man habe sich mit Landräten, Agrarverbänden und dem Verband für Rinderzucht darauf verständigt, "auf Grundlage umfassender Transparenz der Exporteure" Empfehlungen zu erarbeiten, welche Transportrouten grundsätzlich mit dem Tierschutz vereinbar sind. Zugleich forderte Albrecht von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) strengere Regeln. Die Agrarministerkonferenz der Länder habe den Bund bereits im April 2018 aufgefordert, offene Rechtsfragen zu klären, sagte er. "Passiert ist seither nichts. Das ist durchaus ein Versagen, das man dem Bund vorwerfen muss." Schleswig-Holstein unternehme "alles", um mit dem vorläufigen Transportstopp Veterinäre davor zu schützen, sich nicht der Beihilfe zur Tierquälerei strafbar zu machen. Tierärzte hatten sich zuletzt geweigert, für Transporte in sogenannte Drittstaaten Papiere auszustellen. Der Stopp läuft am 25. März aus. Mancher Transport wurde inzwischen über den Umweg Niedersachsen abgewickelt.

Herbe Kritik aus der SPD

Aus Sicht der Neumünsteraner SPD-Abgeordneten Kirsten Eickhoff-Weber agiert der Minister erschütternd lasch. "Seit 2017 ist das konkrete Problem Ihrem Haus bekannt", sagte sie. Damals habe sich der Kreis Steinburg ans Ministerium mit der Bitte um Klarstellung gewandt. "Nichts ist passiert." Dass Albrecht nach der Bundesministerin rufe, sei "ein unverantwortliches Ablenkungsmanöver. Sorry".

CDU und FDP sprechen von Einzelfällen

Oliver Kumbartzky (FDP) wies darauf hin, dass der Branche im Norden nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein Imageeschaden entstanden sei. "Das Geschäftsmodell ist Qualität, nicht Brutalität." Auch CDU-Agrarexperte Heiner Rickers warnte vor "Bauernbashing". Bei den Transporten aus Schleswig-Holstein handle es sich nahezu ausschließlich um hochpreisige trächtige Kühe für Zucht und Milcherzeugung. "Wer Exportrinder verkauft, hat etwas besser gemacht als andere. Das ist nichts Verwerfliches." Am reibungslosen und sicheren Transport hätten alle Beteiligten großes Interesse. "Würden diese Tiere nicht in bester Form am Zielort ankommen, käme der Handel nicht zustande." Bei den schrecklichen Bildern handle es sich um Einzelfälle. Schlimm, aber keinesfalls ein Massenphänomen.

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