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Schleswig-Holstein KN-Talk: Schlechte Noten für die Bahn
Nachrichten Schleswig-Holstein KN-Talk: Schlechte Noten für die Bahn
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06:30 24.01.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Beim KN-Talk zu den Problemen bei der Bahn diskutieren (von links) Dennis Fiedel (NaSH), Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), KN-Chefredakteur Christian Longardt, Stefan Barkleit (Pro Bahn), Torsten Reh (DB-Regio-Chef) und Manuela Herbort (DB-Konzernbevollmächtigte). Quelle: Ulf Dahl
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Neumünster

Im Innovationszentrum „Update“ in Neumünster holten die Kieler Nachrichten am Mittwochabend Verantwortliche und Kritiker an einen Tisch, um über die Probleme bei der Bahn in Schleswig-Holstein zu sprechen. Eine Zusammenfassung des Abends sehen Sie im Video. Sie können aber auch die gesamte Diskussion im Liveblog nachlesen.

Video zum KN-Talk: Minister Buchholz zeigte sich angriffslustig

Liveblog zum KN-Talk: Wie weiter mit der Bahn?

  • 23.01.19 20:11
    +++ Ende des KN-Talks +++

    Mit sieben Minuten Verspätung endet der KN-Talk im Update in Neumünster. Aus dem Publikum ist zu hören. "Eine schöne Veranstaltung". Andere thematisieren schon das Handball-WM-Spiel zwischen Deutschland und Spanien, von dem wir live berichten (siehe Link unten).

    Wir bedanken und bei Ihnen fürs Lesen und wünschen Ihnen einen schönen Abend!

    Der nächste KN-Talk ist schon in Vorbereitung. In Eckernförde geht es um Trickbetrug und Co. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Artikel.
  • 23.01.19 20:08
    +++ Zum Abschluss: Noch ein Zettel +++

    Wie zum Beginn des KN-Talks bekommen die Podiumsteilnehmer wieder einen Zettel und einen Stift in die Hand. Dieses Mal soll die Note aufgeschrieben werden, die das Bahnjahr 2019 prägen wird. Zu sehen: Noten zwischen 2 und 4. Etwas besser, aber noch nicht sehr gut.
  • 23.01.19 20:08
    +++ Sollte die Bahn für den Fahrgast gratis sein? +++

    Wie schaut es mit der Idee des Gratis-Bahnverkehrs aus? Stefan Barkleit lehnt das ab. „Diese Leistung muss uns Geld wert sein.“ Bernd Buchholz rechnet vor: 7,5 Prozent der Bürger werden von der Bahn bewegt. Er selbst sei mit der Bahn immer pünktlich unterwegs gewesen, die Züge seien immer sauber gewesen.

    Stefan Barkleit fügt hinzu, dass im Raum Hamburg die Quote der Bahnkunden bei rund 30 Prozent liege. „Diese Personenzahl will ich mir nicht als Extraverkehr auf der A7 vorstellen“, sagt Manuela Herbort.

    Ein Zuschauer teilt seine Erfahrungen aus Mecklenburg Vorpommern mit: Dort habe der zeitweise eingeführte Gratis-Bahnverkehr nur zu einer minimalen Steigerung an Fahrgastzahlen geführt.
  • 23.01.19 20:06
    +++ Struktur bei der Bahn +++

    Vergangenes Jahr schlug der Nah-SH-Chef vor, dass sich die Bahn von der Regio-Tochter trennen soll. Dennis Fiedel von Nah.SH sagt dazu: "Man muss neu denken, man muss neu da rangehen und eine neue Idee entwickeln."
  • 23.01.19 20:03
    +++ Netzvergabe +++

    Bernd Buchholz hat offenbar hellseherische Fähigkeiten. Ehe Christian Longardt die Fragen zum eingeblendeten Artikel zur Vergabe des Netzes stellen kann, beantwortet er sie schon: "Natürlich würde ich mir auf vier Netzen wünschen, vier Betreiber zu haben. Wettbewerb belebt das Geschäft. Wer keine Konkurrenz hat, kan sich zurücklehnen."

    Einen Seitenhieb kann sich Christian Longardt mit Blick auf die Uhr aber nicht verkneifen: "Ohne einen Minister auf der Bühne hätten wir die Pünktlichkeit erreicht."
  • 23.01.19 20:00
    +++ Arbeitnehmer setzen nicht auf die Bahn +++

    Anmerkung aus dem Publikum: Der Zuschauer wisse von ehemaligen HSH-Mitarbeitern, dass diese Jobs in Hamburg nicht annehmen, weil die Fahrzeit mit der Bahn zu lang sei. Andere Bekannte würden das Auto der Bahn vorziehen.
  • 23.01.19 19:57
    +++ Was ist mit Kreuzfahrtpassagieren und der Bahn? +++

    Ein Zuhörer aus dem Publikum fragt: "Wenn immer mehr Kreuzfahrer im Kieler Hafen liegen, schafft die Bahn auch mehr Züge an?" Schließlich müssten die Passagiere zu den Schiffen kommen und auch wieder nach Hause fahren können.

    Torsten Reh von DB Regio sagt: "Wir schauen, dass man zu den Zeiten, wo Kreuzfahrer in Kiel anlegen, wir auch Kazapzitäten einrichten. Wir werden Doppeltraktionen einrichten und fahren, sofern sie denn fahren."

    Ein Einwand kommt von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz: "Mehr und längere Züge kommen nicht in den Hauptbahnhof Hamburg rein. Wenn wir da nicht reagieren, kollabiert der Hamburger Hauptbahnhof." Deshalb gäbe es auch Pläne, den Hauptbahnhof auszubauen oder Reisende schon früher auf die S-Bahn umsteigen zu lassen.

    "Dennoch erhöhen Sie den Druck, die Kapazitäten auszubauen", sagt Stefan Barkleit.
  • 23.01.19 19:53
    +++ Buchholz kritisiert Fahrzeugverfügbarkeit +++

    "Das Thema Bahnsteigverlängerung für längere Züge beschäftigt uns seit mehreren Jahren“, sagt Verkehrsminister Buchholz. Ein noch größeres Problem sei die Fahrzeugverfügbarkeit gewesen. Das Material sei eigentlich da, werde aber nicht eingesetzt. Streckenabschnitte mit hoher Auslastung würden darunter leiden. „Statt den angepeilten 17 werden nur 11 oder 13 Züge eingesetzt.“
  • 23.01.19 19:50
    +++ Sauberkeit von Zügen +++

    Dennis Fiedel von Nah.SH sagt: "Nach den Messungen ist es besser geworden. Es gibt Befragungen und Profitester. Demnach ist die Sauberkeit besser geworden. Das ändert aber nichts am subjektiven Empfinden." Doch nicht alles sei zufriedenstellend in puncto Sauberkeit. Ein Problem sei weiter die Außenreinigung von Zügen im Winter. "So schlecht war das Wetter nicht, dass die Züge so aussehen, wie sie heute in Kiel ausgesehen haben."
  • 23.01.19 19:48
    +++ Einzelfälle oder die Regel? +++

    "Es wird immer einen Zug geben, der nicht gut gereinigt ist“, sagt Torsten Reh. Aktuelle Auswertungen und Befragungen hätten aber eine deutliche Verbesserung aufgezeigt. Stefan Barkleit entgegnet: „Diese von Ihnen genannten Einzelfälle sind deutlich zu viel. Es besteht Nachbesserungsbedarf. Wir von Pro Bahn können keine grundlegende Verbesserung feststellen.“
  • 23.01.19 19:47
    +++ Viele Probleme, Lösung in Sicht? +++

    Christian Longardt schildert, was die Leser bedrückt. Hier ein paar ausgewählte Beispiele:
    - Mancher Leser hat sich in Rendsburg lange im Regen stehen sehen, weil das Dach abgebaut wurde.
    - Warum wird in Hamburg schon immer die Heizung ausgeschaltet?
    - Warum sind die LINT-Triebwerkwagen so überfüllt?
    - Und warum muss ich mich immer in überfüllte Wagen quetschen?

    Bahnbevollmächtigte Manuela Herbort sagt: "Das mit der Heizung kann ich mir nicht vorstellen, da hätte ich gerne die Zugnummer und die genaue Uhrzeit".
    Zu den Bahnhöfen sagt sie: "Wir haben eine Vorwärtsstrategie. Dazu gehört, dass wir die Situation an 41 Stationen verbessern und 14 Stationen aufbauen".
    Die Sauberkeitsproblematik habe auch die Bahn gestört. Deshalb habe man den Dienstleister gewechselt. Jetzt sei die Situation besser.


  • 23.01.19 19:42
    +++ Noch kein Plan für den Schienenersatzverkehr? +++

    Andreas Teegen hat vorab eine Frage per Mail gestellt, wiederholt sie aber noch einmal aus dem Publikum heraus. Er sagt: "Persönlich nutze ich den Schienen- Nahverkehr täglich, um von Bad Segeberg nach Rendsburg zu meinem Arbeitsplatz zu Pendeln. Hierfür muss ich in Neumünster umsteigen. Ein Problem dabei sind Anschlussverluste. Diese bedeuten immer wieder eine Stunde Wartezeit in Neumünster und summieren sich." Das kommende Jahr wird vermutlich nicht besser, denn eine Baustelle steht an. "Los geht es am 13. April 2019, das Ende aller geplanten Bauarbeiten ist dann am 9. Dezember 2019 vorgesehen. Was tut man für die Pendler? Wann gibt es endlich Informationen zum Schienenersatzverkehr?"

    Dennis Fiedel von Nah.SH sagt: "So blöd das an der Stelle ist, es wird Schienenersatzverkehr eingerichtet und das wird für die Pendler nicht schön sein." Pläne dazu gebe es noch nicht. Aber längere Fahrzeiten seien anzunehmen.

    Wirtschaftminister Bernd Buchholz lenkt die Diskussion auf die Notwendigkeit von Bauarbeiten. "Wir brauchen sie, um eine andere Qualität auf die Strecke reinbekommen zu können", sagt er.


  • 23.01.19 19:41
    +++ Ziel: Schneller und ehrlicher informieren +++

    "Gebaut werden muss“, sagt Manuela Herbort. Man wolle verstärkt mit den Betroffenen ins Gespräch kommen. Bei der Marschbahn gebe es zum Beispiel viele verschiedene Interessensgruppen. Die Bahn wolle die Kunden zukünftig bei Baustellen ehrlicher und schneller informieren. „Das ist unser großer Ansatz an der Stelle.“

    Eine Auflistung mit Bauarbeiten am Streckennetz in Schleswig-Holstein finden Sie im Artikel:


  • 23.01.19 19:38
    +++ Bahn hängt bei der Elektrifizierung hinterher +++

    „Es gibt einen gewaltigen Nachholbedarf“, sagt Buchholz. Im Norden wurde zu wenig investiert, so der Verkehrsminister. Bayern sei früher die Dieselreserve der Republik gewesen. Heute sei es auch der Norden. Man brauche eine deutlich höhere Elektrifizierung auf den Strecken. „Was nach dem Krieg gebaut wurde, ist heute zu alt.“ Auf den alten Gleiskörpern würden immer mehr Züge fahren. Dahinter strecke ein strukturelles Problem. Die Bahn müsse selbst bezahlen, wenn sie in Erhaltung investiere. Ausbau werde vom Bund finanziert. Daher werde gewartet, „bis es rott ist“.

    Um Steuerged richtig auszugeben, müsse die Investition einen Nutzen haben. Jeder eingesetzte Euro müsse auch wieder reingeholt werden. Die Fahrgastprognosen kämen aber nicht hinterher. Auf einigen Strecken sei es schwierig mit dem Gleisausbau, daher setze man gezielt auf moderne Fahrzeuge mit wenig Emissonen um auf den Drahtausbau zu verzichten. „Wir brauchen Jahre, möglicherweise Jahrzehnte um das Defizit aufzuholen.“

  • 23.01.19 19:29
    +++ Warum keine Elektrifizierung zwischen Kiel und Lübeck? +++

    Leserin Irene Schöne aus Kiel fragte per Mail: Warum ist die Bahnstrecke zwischen den zwei größten Städten im Norden Kiel und Lübeck immer noch nicht elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut, so dass die Züge zwischen diesen beiden Städten 1/2 Stunde Fahrzeit benötigen? Damit würden viele Autofahrer veranlasst, statt den Privat Pkw den Zug zu nehmen. In anderen Bundesländern, wie z. B. Bayern, sind sogar Nebenstrecken elektrifiziert, warum plant die Bahn so wenige Infrastrukturverbesserungen in Schleswig-Holstein?
    "Den Ausbauumfang des Streckennetzes wird bestimmt durch den Bedarfsplan, den der Bund festlegt", sagt Manuela Herbort. Das Ergebnis ist ein Bundesverkehrswegeplan. Wenn die Strecke Kiel-Lübeck nicht mit einer Dringklichkeit darin versehen ist, werde auch nicht geplant und gebaut.
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Christian Hiersemenzel 23.01.2019
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