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Schleswig-Holstein Dräger-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab
Nachrichten Schleswig-Holstein Dräger-Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab
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07:00 15.10.2015
Von Jörn Genoux
Produktion in der Sicherheitstechnik: Das Auslandsgeschäft läuft hier wie im Bereich Medizintechnik schwach. Quelle: Heiko Schaffrath
Lübeck

Der Kurs der Vorzugsaktie verlor bis zum Nachmittag fast 20 Prozent und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 2011.

 Das ist der größte Kursrückgang in der Geschichte des Konzerns, der in der Medizintechnik und in der Sicherheitstechnik tätig ist. Am späten Nachmittag kostete das Papier 61,50 Euro. Vor einem Monat lag der Kurs noch bei 83 Euro. Dräger hatte am Dienstagabend angekündigt, dass das im vergangenen Jahr aufgelegte Sparprogramm „Fit for Growth“ intensiviert werden soll. Damit sollten die „mittelfristigen Kostensenkungspotenziale bei den Verwaltungs- und Vertriebskosten erreicht werden“, so das Unternehmen. Denn man erwarte, „dass die aktuell schwache Entwicklung mehrerer wichtiger Wachstumsmärkte außerhalb Europa weiter anhält“. Details dazu wollte Dräger jetzt noch nicht nennen. Sie sollen spätestens bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen 2015, also Anfang 2016, kommuniziert werden, heißt es. Analysten sehen Drägerwerk vor tiefen Einschnitten: Der Plan des Managements, das Unternehmen mit Investitionen zurück in die Erfolgsspur zu führen, habe eindeutig nicht funktioniert, schreiben die Experten der Berenberg Bank (Hamburg).

 Dräger schloss das dritte Quartal des laufenden Jahres mit einem Verlust ab. Zwar stiegen Auftragseingang und Umsatz im Zeitraum Juli bis September leicht an, doch mit einem Verlust (vor Steuern und Zinsen) in Höhe von 23 Millionen Euro lag das Ergebnis um 70 Millionen Euro unter dem Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Umsatz um 7,1 Prozent bzw. währungsbereinigt um 2,3 Prozent; Dräger erreichte beim Gewinn nur die Nulllinie (Vorjahreszeitraum: 81 Millionen Euro). „Die Geschäftsentwicklung in der Region Asien-Pazifik hat sich weiter eingetrübt. Auch in der Region Amerika bleibt das Geschäft unter den Erwartungen“, teilte der Konzern mit. Zusätzlich belasteten Sondereffekte wie Abschreibungen auf Forderungen und Vorräte sowie Rückstellungen für Qualitätskosten (eine Rückrufaktion bei Beatmungsgeräten) das Ergebnis des dritten Quartals mit 20 Millionen Euro.

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