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Schleswig-Holstein Konkretes Anschlagsziel war nicht bekannt
Nachrichten Schleswig-Holstein Konkretes Anschlagsziel war nicht bekannt
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16:05 19.11.2019
Von Jördis Merle Früchtenicht
In Lübeck lief eine großangelegte Durchsuchung. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Lübeck

Die Polizei suchte in Lübeck unter anderem nach Waffen. "Waffen konnten nicht gefunden werden", teilte Stephanie Gropp, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Flensburg, mit. Auch Festnahmen habe es nicht gegeben.

Ob die Sicherheitsbehörden von der Möglichkeit eines Terroranschlags ausgingen, ließ Gropp aus ermittlungstaktischen Gründen offen. "Es gibt keine Hinweise auf ein konkretes Anschlagsziel."

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) sagte, „unsere Sicherheitsbehörden gingen einem Hinweis nach, dass sich dort Personen in den Besitz von Schusswaffen gebracht haben sollen, um damit möglicherweise schwere Straftaten zu verüben. (...) Für uns alle ist es wichtig zu wissen, dass es keine Hinweise auf ein Anschlagsszenario oder gar -ziel in Schleswig-Holstein oder im Bund gibt“.

Es sei aber richtig, dass Polizei und Staatsanwaltschaften jedem noch so kleinen Hinweis nachgingen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. „Die Gefahr terroristischer Anschläge in ganz Deutschland ist unverändert abstrakt hoch, das gilt auch für Schleswig-Holstein“, sagte Grote.

Gelände mit Wohnungen und Gewerberäumen wurde durchsucht

Die Durchsuchung wurde laut Staatsanwaltschaft am Dienstag, 19. November 2019, gegen 9 Uhr beendet. Ein größeres Gelände mit Wohnungen und Gewerberäumen sei durchsucht worden, das habe für Aufsehen gesorgt, so Gropp. Auf dem Hof in Lübeck-Genin befindet sich eine Kfz-Werkstatt mit Autohandel.

Die Leitung der Aktion, die schon vor 6 Uhr begann, hatte das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein. Unter anderem waren Kräfte des SEK und der Bereitschaftspolizei Eutin im Einsatz.

Mit Sturmhauben geschützte Sicherheitskräfte trugen aus dem Gebäudekomplex in einem Sack und einem Karton beschlagnahmte Unterlagen.

Ermittlungen sind im Anfangsstadium

Das Ermittlungsverfahren befindet sich laut Staatsanwaltschaft im Anfangsstadium. „Es handelt sich um Staatsschutzdelikte, wozu auch politisch motivierte oder staatsbedrohende Straftaten gehören", so Gropp.

Es gebe belastbare Hinweise auf die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Angaben zum Tippgeber machte die Staatsanwaltschaft Flensburg aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. "Wir werden nun akribisch auswerten, was die Durchsuchung erbracht hat", sagte Gropp. Anhand des Ergebnisses würde die Sachlage dann neu bewertet.

Die Staatsanwaltschaft Flensburg ist für die Durchsuchung verantwortlich, da diese als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Staatsschutzdelikte in Schleswig-Holstein zuständig ist.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Flensburg gibt es keinen Zusammenhang mit dem Fall des am Dienstag in Berlin festgenommenen Syrers. Der 37-Jährige soll Chemikalien zum Bau von Bomben gekauft haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte.

Mit dpa

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