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Schleswig-Holstein Mann bot gefälschte Bankkonten an
Nachrichten Schleswig-Holstein Mann bot gefälschte Bankkonten an
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10:59 10.03.2016
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Foto: Ein Mann aus dem Kreis Pinneberg hat gefälschte Bankkonten, sogenannte Bankdrops, angeboten.
Ein Mann aus dem Kreis Pinneberg hat gefälschte Bankkonten, sogenannte Bankdrops, angeboten. Quelle: dpa
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Pinneberg

Der 29-Jährige aus dem Landkreis Pinneberg steht im Verdacht, im Jahr 2015 bei verschiedenen Bankinstituten mindestens 85 Bankkonten mit Falschpersonalien eingerichtet und die Konten anschließend zu Preisen von mindestens 1.400 Euro über Handelsplattformen der Underground Economy im Internet an Dritte verkauft zu haben. Bei der Einrichtung der Bankkonten soll sich der Hauptbeschuldigte der Unterstützung von zwei Mitarbeitern von Verifizierungsdiensten bedient haben. Diese sollen gegen Zahlung in Höhe von 100 bis 200 Euro pro Konto die Falschpersonalien der angeblichen Neukunden jeweils wahrheitswidrig verifiziert haben.

Mit Falschpersonalien eingerichtete Bankkonten werden in der Cybercrime-Szene als "Bankdrops" bezeichnet und stellen die entscheidende Schnittstelle für die Erlangung von Gewinnen aus Straftaten dar. "Bankdrops" werden von den Tätern in der Regel mit Online-Banking-Zugangsdaten sowie den dazugehörigen EC- und Kreditkarten verkauft.

Der Hauptbeschuldigte sowie weitere Mitbeschuldigte im Alter von 21 bis 28 Jahren stehen zudem im Verdacht, über illegale Handelsplattformen der Underground Economy Betäubungsmittel (Amphetamine und Cannabis) verkauft zu haben. Die Durchsuchungsmaßnahmen führten zur Sicherstellung von Betäubungsmitteln (Cannabis), rund 2.000 Euro Bargeld, Kontoeröffnungsunterlagen, Blanko-Zahlungskarten ("White Plastics"), einer Blendgranate, einer Schreckschusswaffe, Manövermunition, Verpackungs- und Versandmaterial sowie zahlreicher Computer und Datenträger.

Der 29-Jährige wurde dem Haftrichter am Amtsgericht Pinneberg vorgeführt, der gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet hat. Die Auswertung der Datenträger und die Untersuchung der Betäubungsmittel dauern an. Die Festnahme erfolgte bei einer Durchsuchung von neun Wohnungen und Geschäftsräumen in Hamburg und im Landkreis Pinneberg.

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