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Schleswig-Holstein Paddeln für den Umweltschutz
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06:00 15.05.2019
Von Sebastian Ernst
Michael Walther (links) und Mario Rodwald fahren mit Kite- und SUP-Ausrüstung sowie einem Elektro-Auto Schleswig-Holsteins Küsten entlang. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Die Reise beginnt am Sonnabend, 18. Mai 2019, am Camp 24/7 in Kiel. Dann geht es paddelnd nach Flensburg. In der Nacht auf den 19. Mai wird eine kurze Landpassage mit dem Elektroauto eingelegt, bis sie dann die Nordseeküste Richtung Elbe hinunterfahren.

Durch die Elbe und den Elbe-Lübeck-Kanal gelangen die beiden wieder in die Ostsee. Am 26. Mai erreichen sie ihren Ausgangspunkt in Kiel. Während ihrer Tour beteiligen sich die Sportler an Aktionen wie einem Beach-Cleanup in St. Peter Ording. Auch beim Paddeln wollen sie Plastikmüll einsammeln.

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Rodwald und Walther: Engagement für die Umwelt

Rodwald und Walther engagieren sich schon länger im Umweltschutz. Rodwald, dreifacher Kite-Europameister, produzierte zuletzt gemeinsam mit dem NDR eine Reportage zum Thema Vermüllung der Weltmeere. Außerdem entwickelt der 27-Jährige mit seiner Marke Kold Shapes emissionsfreie Kiteboards.

Der ehemalige Profisegler Michael Walther verbindet bereits seit zehn Jahren mit seinem Projekt Zero Emissions Wassersport mit Umweltschutz. Im vergangenen Jahr machte er sich vor Grönland selbst ein Bild vom Klimawandel – natürlich auf dem SUP. "Früher habe ich immer gesagt, dass uns der politische und gesellschaftliche Wille zum Umweltschutz fehlt", sagt der 37-Jährige. "Nach Fridays For Future habe ich den Eindruck, dass es jetzt eher an der Politik liegt."

"Im Wattenmeer dürfen wir nur paddeln"

Dass die beiden aus verschiedenen Wassersport-Disziplinen kommen, sehen sie als großen Vorteil: Sie können sich besser an die Wetterbedingungen anpassen. Ist es windig genug, legt Rodwald die Strecke mit dem Kiteboard zurück, das geht deutlich schneller. Bei entsprechenden Bedingungen und auf der Elbe und dem Elbe-Lübeck-Kanal wechseln sich beide auf dem SUP ab.

"Auch im Wattenmeer dürfen wir nur paddeln. Alles andere ist dort verboten", sagt Walther. "Da sind wir sehr von den Tiden abhängig. Wir müssen die Strömungen nutzen, um sicher durchs Wattenmeer zu kommen." Apropos Sicherheit: Auf dem Wasser werden Rodwald und Walther für Notfälle von einem Elektroboot begleitet.

Ausrüstung kommt ins Elektroauto

Ihre Ausrüstung und Ersatzboards transportieren die beiden in einem Elektroauto, das sie abwechselnd fahren. Dabei könnte das Auto auch als Nachtlager herhalten. "Die Unterbringung halten wir so rustikal wie möglich", sagt Rodwald. "Da kann es sein, dass wir auch mal im Auto pennen." Walther ergänzt: "Vielleicht ist das auch für die Motivation ganz gut. Dann freut man sich, wenn man wieder los kann."

So sieht es aus, wenn die Profis Mario Rodwald und Michael Walther auf dem Kiteboard und dem SUP unterwegs sind.

Gerade die Motivation kann durchaus zum Schlüssel bei der Bewältigung der Strecke werden. "Wenn man morgens früh im Dunkeln zwischen Industrieanlagen und Frachtern im Kanal ins Wasser muss, ist das bestimmt eine Überwindung", sagt Walther. "Wenn man aber in Hamburg an der Elbphilharmonie vorbei paddelt, sind das ganz besondere Erinnerungen."

Insgesamt erwarten beide ein Abenteuer, schätzen die Tour als große Herausforderung ein. Übers Knie brechen werden Rodwald und Walther aber nichts. "Wir sind Wassersportler mit Erfahrung", sagt der ehemalige Profisegler. "Wir wissen, wann wir aufs Wasser können und wann nicht." Für solche Fälle haben sie ein Fahrrad dabei. "Zur Not müssen wir eben radeln oder laufen", sagt Rodwald. "Unseren Zeitplan wollen wir auf jeden Fall einhalten."

Die Tour rund um Schleswig-Holstein können Sie im Livetracker verfolgen. Eindrücke gibt es hier, Informationen finden Sie hier.

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