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Schleswig-Holstein Medienberichte: Schwere Panne bei „Aryan Circle“-Razzia
Nachrichten Schleswig-Holstein Medienberichte: Schwere Panne bei „Aryan Circle“-Razzia
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19:08 06.03.2020
SEK-Polizisten bei der Razzia gegen die Neonazi-Gruppe „Aryan Circle Germany“ in Bad Segeberg. Nach Medienberichten sollen bei einer Hausdurchsuchung in Niedersachsen kurzzeitig Beweismittel verschwunden sein. Quelle: Markus Scholz/dpa
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Flensburg/Göttingen

Bei einer Razzia gegen Rechtsextremisten in der Gemeinde Staufenberg in Südniedersachsen hat es am Dienstag offenbar eine schwere Panne gegeben. Das berichten der „Spiegel“ und das Göttinger Tageblatt. So konfiszierten die Beamten bei der Aktion gegen die Neonazi-Gruppe „Aryan Circle Germany“ bei einem der Verdächtigen in Niedersachsen das Mobiltelefon, Datenträger und diverse andere Beweismittel und packten diese in einen Karton.

Als sie zurück auf dem Revier waren, stellten die Polizisten jedoch fest, dass sie den Karton vor der Wohnung des Verdächtigen stehen gelassen hatten. Nach ihrer Rückkehr zu der Wohnung war der Karton laut dem Bericht verschwunden, nur das Mobiltelefon konnte noch sichergestellt werden.

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Ermittlungen gegen Beamten

Die Flensburger Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp wollte nicht von einer Panne sprechen, sondern von einem Vorfall. Einzelheiten seien ihr zwar noch nicht bekannt, sagte Gropp. Es seien aber keine Beweismittel verschwunden. Die Flensburger Staatsanwaltschaft führt die Ermittlungen in dem Verfahren. Der Vorfall in Göttingen werde aber vor Ort aufgearbeitet, sagte Gropp. „Das ist nicht Gegenstand des Verfahrens.“

Göttingens Kripochef Thomas Breyer bestätigte, dass sich mittlerweile alle sichergestellten Asservate wieder im Besitz der Polizei befinden. Der für das Objekt eingeteilte zuständige Beamte von der Göttinger Polizeiinspektion habe die Verantwortung für das Versehen auf sich genommen. Sein Verhalten und das der weiteren eingesetzten Beamten werde derzeit seitens der Staatsanwaltschaft Göttingen sowie intern bewertet, lässt Breyer wissen. Die diesbezüglichen Ermittlungen führe aus Gründen der Objektivität eine Dienststelle außerhalb Göttingens.

Razzia in Schleswig-Holstein

Einsatzkräfte hatten bei der Aktion in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen Wohnungen durchsucht. Die insgesamt zwölf Verdächtigen sollen sich im Juli 2019 mit weiteren Beteiligten in Bad Segeberg zu der rechtsextremen Gruppierung „Aryan Circle Germany“ zusammengeschlossen haben.

 Die rechtsextreme Gruppe hatte den Angaben zufolge Körperverletzungen und Sachbeschädigungen sowie Straftaten nach dem Waffengesetz geplant. Die Tatverdächtigen sind im Alter von 19 bis 57 Jahren.

Neonazi Bernd T. im Fokus

Bei einem der Beschuldigten handelt es sich um Bernd T. Der als extrem gewalttätige bekannte Mann galt jahrelang als Kopf und wichtige Figur der rechtsextremen Szene in Kassel. Er hatte unter anderem den 2015 vom hessischen Innenministerium verbotenen rechtsextremistischen Kasseler Verein „Sturm 18“ gegründet.

Der Sprecherin der Staatsanwaltschaft zufolge wurden bei den Durchsuchungen am Dienstag Speichermedien in beträchtlicher Menge sichergestellt. Außerdem seien Betäubungsmittel und einige Gegenstände gefunden worden, die unter das Waffengesetz fallen. Die Maßnahmen dauerten bis in den Vormittag hinein an. Die gesicherten Beweismittel müssten nun ausgewertet werden.

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