Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Angeklagter im Boostedt-Prozess belastet
Nachrichten Schleswig-Holstein Angeklagter im Boostedt-Prozess belastet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 08.01.2019
Der 32-Jährige schweigt vor Gericht. Er kann sich nach Angaben seines Verteidigers an nichts mehr erinnern. Quelle: Angelika Warmuth/dpa
Kiel

"Er hielt das Messer in der rechten Faust und stach zu", sagte der 28-jährige Zeuge am Dienstag vor dem Kieler Landgericht. "Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, ich erzähle, was ich erlebt habe", bekräftigte er auf Nachfragen des Gerichts und des Verteidigers.

Der Angeklagte sei von hinten auf einen 20-jährigen Afghanen zugegangen und habe dann mehrfach wuchtig auf dessen Rücken eingestochen, sagte der Zeuge, der selbst afghanischer Flüchtling ist. Auch er  sei von dem 32-jährigen Iraner am Kinn mit einem Messerstich verletzt worden, als er ihn von der Seite umfasste und festhalten wollte, um weitere Stiche zu verhindern. "Ich dachte, bevor er ihn tötet, stoppe ich ihn."

Streitigkeiten um Fernsehübertragung gingen der Tat voraus

Auslöser der blutigen Auseinandersetzung waren Zeugenaussagen zufolge Streitigkeiten zwischen Iranern und Afghanen während einer Fernsehübertragung des WM-Fußballspiels Spanien gegen Iran. Angeblich um den Streit zu beenden zertrümmerte das spätere Opfer den Fernseher im Gemeinschaftsraum mit einem Stuhl. Draußen kam es dann zur Massenschlägerei zwischen den Flüchtlingen. Der Angeklagte stach dabei nach Darstellung des Zeugen zu, als der 20-Jährige einen anderen Iraner zu Fall bringen wollte.

Der 32-Jährige schweigt vor Gericht. Er kann sich nach Angaben seines Verteidigers an nichts mehr erinnern. Das Opfer wurde bei der Tat am 20. Juni 2018 lebensbedrohlich verletzt. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Dafür drohen bis zu 15 Jahre Haft. Allerdings trank der Angeklagte laut Aussagen eines Freundes kurz vor der Tat mit ihm zusammen reichlich Alkohol, so dass er zur Tatzeit vermindert schuldfähig gewesen sein könnte.
 

Von RND/pat

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

SPD-Bundesvize Ralf Stegner will seine Aktivitäten auf Twitter und Facebook trotz des Datendiebstahls nicht einschränken. "Man darf sich den Dingen, die man in sozialen Medien negativ findet, nicht unterwerfen", sagte Stegner. Man dürfe diesen Bereich nicht den Hatern überlassen.

08.01.2019

Die Menschen an Teilen der deutschen Nord- und Ostseeküste bereiten sich auf Sturmtief „Benjamin“ vor. Am Dienstag wird in Hamburg, an Teilen der Küste Niedersachsens und Schleswig-Holsteins sowie in Bremerhaven eine Sturmflut erwartet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gab eine entsprechende Warnung für die deutsche Nordsee- und Ostseeküste heraus.

08.01.2019

Bei der Vergabe von Schulnoten sieht Bildungsministerin Karin Prien Schleswig-Holstein auf dem richtigen Kurs. "Richtigerweise haben wir bei uns eine strenge Notenpraxis und wünschen uns hier mehr Vergleichbarkeit mit den anderen Bundesländern", sagte die CDU-Politikerin am Montag.

07.01.2019