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Schleswig-Holstein Boostedt: Angeklagter äußert sich doch
Nachrichten Schleswig-Holstein Boostedt: Angeklagter äußert sich doch
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15:16 08.02.2019
Der Prozess gegen einen 32-Jährigen wegen versuchten Totschlags im Juni 2018 in der Landesunterkunft Boostedt wurde am Freitag in Kiel fortgesetzt. Nach einem Streit zwischen iranischen und afghanischen Bewohnern während einer WM-Fußballübertragung im Gemeinschaftsraum soll er vor dem Gebäude viermal mit dem Messer auf sein Opfer eingestochen haben.  Quelle: Frank Molter/dpa
Kiel/Boostedt

Er habe sich entschlossen auszusagen, nachdem sein Verteidiger ihm erklärt habe, er werde verurteilt, sagte der angeklagte Iraner am Freitag im Landgericht Kiel. Das habe ihn geschockt. Gleichzeitig wies er den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zurück, bei der Schlägerei mehrfach von hinten auf einen Afghanen eingestochen zu haben. Das Gericht will nun die Beweisaufnahme fortsetzen und verschob die Plädoyers.

Der in der Untersuchungshaft gerade 33 Jahre alt gewordene Mann muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten. Laut Anklage stach er bei der Schlägerei mehrfach von hinten auf einen Afghanen ein. Das Opfer wurde lebensbedrohlich verletzt. Nach Darstellung des Angeklagten hob er aber das Tatmesser nur auf, als er das Blut sah. Er habe es kurz darauf von sich aus der Polizei gegeben.

Auslöser war ein Fußballmatch

Der Anklage zufolge wurde ihm die Waffe aber abgenommen, als andere Flüchtlinge die Beamten auf ihn und das Messer aufmerksam gemacht hätten. Außerdem habe er bei der Schlägerei einen weiteren Flüchtling mit einem Messerstich am Kinn verletzt. Dieser hatte als Zeuge ausgesagt, dass er genau gesehen habe, wie der Iraner auf den Afghanen eingestochen habe.

Auslöser der Schlägerei war die Fernsehübertragung des WM-Fußballspiels Spanien gegen Iran. Schon da kam es zu ersten Rangeleien. Das spätere Opfer zertrümmerte dabei nach eigenen Angaben den Fernseher, angeblich um den Streit zu beenden. Das Verfahren wird am 14. Februar fortgesetzt.

Von dpa

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