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Schleswig-Holstein Prien will Lehrer in Regionen locken
Nachrichten Schleswig-Holstein Prien will Lehrer in Regionen locken
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20:28 08.08.2019
Von Gunnar Müller
An den Grundschulen steigt die Zahl der Kinder von rund 100.400 auf 102.200 Schüler an. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Kiel

Nutznießer könnten Schulen etwa in Dithmarschen sein, die für Mangelfächer wie Mathe, Physik oder Musik keine Pädagogen finden.

„Wir erarbeiten derzeit ein Konzept, in welchen Landkreisen wir durch zusätzliche finanzielle Anreize zu einer Verbesserung der Situation beitragen können“, sagte Prien. Während Tobias von der Heide (CDU) den Vorschlag begrüßte, bezweifelte Martin Habersaat (SPD), „ob die Idee einer Buschzulage für die besonders unbeliebte Regionen ausreicht, um die Versorgungslücken in der Fläche zu schließen“.

Positive Entwicklung bei Lehrergewinnung

Probleme gibt es aber nicht nur in stadtfernen Regionen. Prien konnte zum 1. August 259 freie Lehrerstellen nicht besetzen. „Bis zum Beginn der Herbstferien werden wir aber noch einen enormen Teil einstellen“, versprach die Ministerin. Auch im Bereich der Lehrergewinnung gebe es positive Entwicklungen: Einerseits seien derzeit rund 2500 Studierende in lehramtsbezogenen Studiengängen eingeschrieben – 1000 mehr als noch 2014. Andererseits durchliefen zunehmend Quereinsteiger ein vollständiges Referendariat. Daneben unterrichten 205 Senior-Lehrkräfte an Schulen.

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Die Lehrergewerkschaft GEW konterte. „Die mehr als 200 nicht besetzten regulären Planstellen sind nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Vertretungsstellen sind mit Personen besetzt, die keine vollständige Lehrerausbildung haben“, kritisierte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Katja Coordes. Nach Schätzungen der GEW gebe es mehr als 1000 Ersatz-Lehrkräfte.

Änderungen für das Gymnasium

Prien nutzte die Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt (Montag), um eine positive Botschaft zu platzieren. Die Unterrichtsversorgung an Grundschulen, Gemeinschaftschulen und Gymnasien steigt auf 101 Prozent. Damit könnten rechnerisch alle vorgesehenen Stunden gegeben werden. Auch an Berufsschulen verbessert sich die Lage. Die Unterrichtsversorgung beträgt 97 Prozent.

Die Ministerin gab zudem zwei wichtige Änderungen für Gymnasien bekannt. Fünftklässler, die im Gymnasium überfordert sind, sollen schon nach wenigen Monaten auf eine Gemeinschaftsschule wechseln können. Ebenfalls ab sofort können Klassenkonferenzen entscheiden, dass ein Schüler eine Klasse wiederholt. Bisher mussten Eltern einen Antrag stellen. Zudem müssen Eltern, die Kinder entgegen der Grundschulempfehlung auf ein Gymnasium schicken, dort zu einem verbindlichen Beratungsgespräch erscheinen.

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Trendwende an allgemeinbildenden Schulen

365.000 Schüler besuchen derzeit eine der landesweit 792 allgemein- und berufsbildenden Schulen. Allein für 22.400 Erstklässler beginnt in der kommenden Woche ein neuer Lebensabschnitt. Dennoch verzeichnet damit das Bildungsministerium rückläufige Schülerzahlen. „An den berufsbildenden Schulen erwarten wir einen Rückgang durch geburtenschwächere Jahrgänge.“ An den allgemeinbildenden Schulen erwartet Prien jedoch eine Trendwende: Die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen werde von jetzt 277.400 bis zum Schuljahr 2021/22 auf 278.400 steigen.

Bei den allgemeinbildenden Schulen erwartet Prien jedoch eine Trendwende: Die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen werde von jetzt 277.400 bis zum Schuljahr 2021/22 auf 278.400 steigen. Als mögliche Gründe für den Schülerzuwachs nannte die Ministerin ein „geändertes Reproduktionsverhalten“ sowie Migration. 

Gymnasien sind mit 75.000 Schülern stabil auf Vorjahresniveau. Ein „Run wegen G9“ konnte Prien nicht ausmachen.

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Mit Beginn des neuen Schuljahres werden die Bezahlung der Leiter von Grundschulen erhöht und in Teilschritten auch die Bezüge der Grundschullehrer.

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