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Schleswig-Holstein Minnerheitenpolitik: En Erfolgsgeschicht
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12:00 03.12.2018
En Bispill för Minnerheiten in'e Grenzregion: De Duborg-Skolens Lyspiger - se warrd mit twee Spraken groot: Düütsch un Däänsch. Quelle: fpr

Vör dörtig Johr, in‘ September 1988 –hett de domolige Ministerpräsident Björn Engholm dat Amt vun‘ Minnerheitenbeopdragten  op de Been stellt. Domols nöömt sik dat noch wat viegellienscher: Nämli  „Beauftragter für Grenzland- und Minderheitenfragen in Schleswig-Holstein“. Un dat weer domols jüst so as hüüt „Chefsaak“. Dat heet: De Posten höört den Ministerpräsidenten to. Björn Engholm weer extra to de  Fierstünn na Kiel anreist, üm noch mol nipp un nau to vertellen, woans dat so vör sik gahn is mit de Pionierarbeit in Saken Minnerheitenpolitik: „ Es gab zwei Grundsteine – und diese Grundsteine sind sehr viel eher gelegt worden: Ich erinnere an die Kieler Erklärung 1949 des Landtages.“ Dat weer dat  Bekenntnis to’t däänsche Volkstum un to de däänsche Kultur op beide Sieden vun’e Grenz. „Der zweite Grundstein ist noch bedeutender: Er besteht in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen 1955.“ Dat Papeer weer man blots anderthalv Sieden lang: „Für heutige Verhältnisse unvorstellbar kurz“, smuustert Engholm, liekers weer dat präzise un vör allen Dingen „zukunftsorientiert“. De Minnerheiten stünnen nu de vullen Grundrechte to, de däänschen Scholen schullen jüst so Geld kriegen as de düütschen un de verdorrigte Sperrklausel för de däänsche Minnerheit in’t Land weer perdu.

„Das war der erste Schritt zu einer großen weiteren Bewegung, auf die wir heute zurückblicken“, dor is sik de ehemolige Ministerpräsident seeker. Un nu weer dat blots noch en lütten Schritt hin to uns hüütigen Minnerheiten-Beopdragten. „Ein Bürgerbeauftragter für die Minderheiten, ein Übersetzer der Belange der Regierungspolitik, ein Moderator und Mediator in Konfliktfragen“, dat weer de Job vun den Minnerheiten-Beopdragten, so Björn Engholm. Dor güng dat all lang nich mehr blots üm de Rechte vun’e Düütschen un Dänen in’e Grenzregion, sünnern ok üm de Fresen, de Plattdüütschen un de Sinti un Roma. Un twaars mit Verfassungsrang: volle Anerkennung und politische Teilhabe. „Dänen, Friesen, Sinti und Roma sind heute in Gesellschaft und Gesetzen gleichberechtigt und genießen den besonderen Schutz ihrer Sprache, Kultur und Traditionen“, vertellt  Ministerpräsident Daniel Günther stolt.

 Wo gifft dat sowat sünst op’e Welt? Engholm schüttkoppt:  „Unser Schutz der Minderheiten besitzt hohe Geltung – ich glaube, dass er inzwischen Weltgeltung besitzt. Ein vergleichbares System zum Schutz der Minderheiten habe ich bisher nirgendwo erlebt, gehört oder gelesen.“ Un wokeen kann hüüt in’e Politik noch seggen: „Wir haben in der Minderheitenpolitik so ziemlich alles richtig gemacht.“ Engholm freut sik över düssen groten Erfolg för de Minnerheiten un Volksgruppen in Sleswig-Holsteen. Un ok wenn he hüüt mit de hoge Politik nix mehr an‘ Hoot hett – an Meisten juchheit he doröver, datt „alle politischen Kräfte in diesem Land und alle gesellschaftlichen Kräfte am gleichen Ende und sogar noch des gleichen Taues ziehen. Das kommt selten in der Politik vor.“

Nu is dat nich blots en Verdeenst vun’e Politiker, datt sik in Saken Minnerheiten un Plattdüütsch so veel doon hett: „Dass das Amt des Minderheitenbeauftragten ein so großer Erfolg wurde, das lag auch an den Personen, die das Amt mit Leben erfüllten“, verklaart Johannes Callsen. He is siet Juli uns niege Mann för de Minnerheiten un för Platt. He besinnt sik op siene Vörgänger: „Kurt Hamer, Kurt Schulz, Caroline Schwarz, Renate Schnack.“ Un natürli weer de ganze Minnerheitenpolitik nich so glückt ahn de veelen Aktiven in de Minnerheiten un in’e Volksgruppen, de sik jümmers wedder mit veel Kuraasch un mankmol ook luuthals för ehr egen Kultur stark maakt hebbt. Daniel Günther hett in de Fierstünn noch eenmol de plietschen Wöör vun Björn Engholm o’n Besten geven: „ Die großen Wunder von außen werden selten sein, die kleinen Wunder aus dem eigenen Land und mit den Menschen,  dieses Land zu gestalten, darin liegt die eigentliche Chance des Landes Schleswig-Holstein.“

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