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Schleswig-Holstein Schleswig-Holsteiner rettet Flüchtlinge
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11:00 18.02.2019
Von Heike Stüben
Thorsten Kliefoth bei seinem vorerst letzten Rettungseinsatz im Januar 2019 auf dem Mittelmeer: Die letzten der 47 Geretteten werden zur "Sea-Watch 3" gebracht. Danach dauerte es zwei Wochen bis die Flüchtlinge an Land durften: Italien erlaubte es - und legte das Schiff an die Kette. Quelle: Thorsten Kliefoth
Itzehoe

Seit 2015 engagiert sich Kliefoth bei Sea-Watch. „Ich dachte: Ich habe das Notfallwissen, ich kann das psychisch aushalten, ich bin Segler – wenn ich Leben retten kann, muss ich das machen.“ Gerade ist er von einem Einsatz auf der Sea-Watch 3 nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.

Alle Menschen gerettet

„Bei meinem letzten Rettungseinsatz waren 47 Flüchtlinge in einem Boot. Zum Glück konnten wir alle retten.“ Meist seien die Geretteten ausgetrocknet und geschwächt, weil die Menschenschmuggler ihnen zu wenig Wasser, Nahrung und auch zu wenig Treibstoff mitgäben. „Ihnen werden beim Start in Libyen Lichter gezeigt und behauptet, dass sei Italien oder Malta. Doch das ist viel zu weit weg – die Lichter gehören zu Bohrtürmen.“

Auf der Fahrt käme es immer wieder zu schwerwiegenden Verletzungen – auch durch das Gemisch aus Salzwasser, Benzin und Fäkalien: „Das sammelt sich auf dem Boden des Bootes und verursacht extrem schmerzhafte Hautverletzungen."

Schlepper machen immer weiter

Dass Sea-Watch vorgeworfen wurde, das Geschäft der Schlepper zu befördern, weist er ruhig und bestimmt zurück. Den Schleppern sei es gleichgültig, ob Rettungsschiffe wie die Sea Watch unterwegs seien. „Das haben wir im Juni 2018 gesehen. Da durfte kein ziviles Rettungsschiff auslaufen. Die Schlepper haben die Leute trotz aufs Meer geschickt. Es gab nicht weniger Überfahrten – aber es sind viel mehr Menschen ertrunken: Im Mai gab es 48 – im Juni mindestens 629 Tote.“

Sea-Watch liegt fest

Jetzt sei es wieder so. Denn die Sea-Watch durfte zwar nach langem Hin und Her in Catania auf Sizilien anlegen und die Geretteten an Land bringen. Doch seither wird sie dort festgehalten. Es laufen Kontrollen, ob sie alle Bestimmungen erfüllt. Für Kliefoth ein Vorwand. Er versteht aber, dass Italien nicht allein die Last tragen will. "Die EU muss endlich für eine gerechte Verteilung sorgen. Aber deshalb können wird doch nicht die Menschen ertrinken lassen.“

Zurzeit kreuzt kein einziges ziviles Rettungsschiff mehr zwischen Italien und Libyen. Trotzdem sammelt Thorsten Kliefoth bereits wieder Überstunden: Er will bereit sein für den nächsten Einsatz auf der Sea-Watch.

Sea-Watch ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert die Rettungsaktionen im Mittelmeer nur aus Spenden: IBAN: DE77 1002 0500 0002 0222 88
BIC: BFSWDE33BER

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