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Schleswig-Holstein Ehemann „voll schuldfähig“
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22:26 13.12.2018
Von Thomas Geyer
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die 34-Jährige in der Feldmark bei Schackendorf  mit einem Zaunpfahl erschlagen zu haben. Volker L. bestreitet den Vorwurf. Quelle: Carsten Rehder
Kiel/Schackendorf

Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bezeichnete die Persönlichkeit des Angeklagten, der im November vergangenen Jahres seine trennungswillige Ehefrau (34) bei einem Spaziergang in der Feldmark bei Schackendorf mit einem Zaunpfahl erschlagen haben soll, als durchaus auffällig. Volker L. sei „paranoid strukturiert“, sagte Bachmann. Sein Verhalten weise narzisstische und dissoziale Züge auf.

Gutachter: Hang zur Eifersucht "nicht normal"

So neige der Angeklagte dazu, „mehr aus sich zu machen als das, was er ist“. Auch sein Hang zur Eifersucht sei „nicht normal“, so Bachmann. Doch alle diese Eigenheiten hätten keinen Krankheitswert, der dem Angeklagten im Fall einer Verurteilung eine erhebliche Einschränkung seiner Steuerungsfähigkeit bescheinigen und damit eine Strafmilderung einbringen könnte.

Der Gutachter stützte seine knapp zweistündigen Ausführungen auch auf die Beobachtungen zahlreicher Zeugen, die Volker L.s Verhalten und die Beziehung zu seiner Ehefrau an bisher sieben Verhandlungstagen ausführlich und detailliert aus nachbarschaftlicher und kollegialer Sicht beschrieben hatten. Der Sachverständige selbst hatte zu seinem Bedauern keinen Zugang zu Volker L. gefunden.

Angeklagter öffnete sich dem Psychiater nicht

Weil Volker L. sich ihm nicht geöffnet habe, sei es leider bei einem einzigen Vier-Augen-Gespräch in der Justizvollzugsanstalt Neumünster geblieben, sagte Bachmann.

Volker L. habe seine körperlichen Beschwerden stark in den Vordergrund gestellt, extreme Atemnot gezeigt und von seinem Herzschrittmacher berichtet, der in Wirklichkeit ein Defibrillator sei. „Er betonte, nie in psychiatrischer Behandlung gewesen zu sein.“ Er habe jedoch Panikstörungen und depressive Phasen eingeräumt – etwa nach dem Tod seines Vaters.

Volker L. sei misstrauisch und unnahbar gewesen, so Bachmann, habe keine Nachfragen zugelassen und abgeblockt, wenn die Sprache auf persönliche Beziehungen in Familie und Ehe kam. Testpsychologischen Untersuchungen habe er sich verweigert.

Kein klinischer Befund

Trotzdem kam Bachmann unter Einbeziehung der umfangreichen ärztlichen Dokumentation der 20-jährigen Krankengeschichte mit schwerer Darmerkrankung (Morbus Krohn), fortschreitender Herzschwäche und Schlaganfällen zu dem Ergebnis, Volker L. zeige aus psychiatrischer Sicht „keinen klinischen Befund“.

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