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Schleswig-Holstein Nachbar berichtet vom Leichenfund
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20:37 11.12.2018
Von Thomas Geyer
Foto: Der Angeklagte soll seine Frau auf einem Feldweg in Schackendorf bei Bad Segeberg mit einem Recyclingpfahl aus Kunststoff brutal erschlagen haben.
Der Angeklagte soll seine Frau auf einem Feldweg in Schackendorf bei Bad Segeberg mit einem Recyclingpfahl aus Kunststoff brutal erschlagen haben. Quelle: Carsten Rehder
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Kiel/Schackendorf

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die 34-Jährige in der Feldmark bei Schackendorf  mit einem Zaunpfahl erschlagen zu haben. Volker L. bestreitet den Vorwurf.

Nach 20 Minuten fanden sie die Leiche

Der Nachbar  (77) sagte gestern vor dem Kieler Landgericht, er habe den Angeklagten am Vormittag des 2. November zum Tatort begleitet.

Gerade mal 20 Minuten will der Zeuge mit dem Angeklagten dessen gewohnte „Gassi-Strecke“ abgefahren sein, als dieser die Leiche am Rand eines Wegs an der Autobahn entdeckte. „Da!“ habe der Angeklagte plötzlich gerufen. „Da ist sie!“ 

Ehemann hüllte die Tote in eine Decke

Wie der Nachbar berichtete, warf sich Volker L. mit dem Ausruf „Mein Engelchen!“ auf die Getötete und tätschelte ihr Gesicht. Mit den Worten „Sie friert“ habe er die Leiche mit einer Decke verhüllt.

„Ich musste ihn anbrüllen“, sagte der Zeuge: „Sie ist tot, das siehst du doch!“ Noch als der Rettungswagen eintraf, bat der Angeklagte eine Notfallsanitäterin, seiner Frau zu helfen. 

Sanitäterin: Mann befand sich in psychischem Ausnahmezustand

Volker L. habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, sagte die Sanitäterin. „Er war erschüttert, massiv aufgelöst, war stark am Weinen.“

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

Heike Stüben 11.12.2018
Niklas Wieczorek 11.12.2018