Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Morrns üm Klock acht: Koffi, Rundstück un "Hör mal 'n beten to"
Nachrichten Schleswig-Holstein Morrns üm Klock acht: Koffi, Rundstück un "Hör mal 'n beten to"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 02.04.2016
Von Heike Thode-Scheel
Ganz nieg na 60 Johr: Klappmuulpopp Herr Momsen live to sehn un to höörn. Quelle: NDR
Anzeige

De plattdüütsche Erfolgsgeschicht hett eegens sogor noch ´n beten fröher anfungen. 1927 weer Rudl Kinau all Dag för Dag mit sowat as‘n plattdüütsche Morgenplauderei in‘ Dudelkassen to höörn: „Fief Minuten gooden Wind“ oder „Sünnschien op’n Weg“ heeten de Sennungen. Dat sünd denn nahto 90 Johr Radiogeschicht. Un noch dorto op Platt.

Över eene Million Lüüd höört dor Dag för Dag to. För se is dat morrns een Aart Ritual: De Tass Koffi, dat Rundstück un „Hör mal ´n beten to“. Dat weer domols so – un dat is hüüt ok jümmers nich anners: „Wir finden, wir haben uns gut gehalten“, freut sik Andreas Schmidt ut’e NDR-Heimatredakschoon. „Heute ist „Hör mal ´n beten to“ einfach der freche, geistreiche, manchmal spitzfindige Kommentar zum Zeitgeschehen.“ Dor geiht dat ok all mol üm String-Tangas, Intimrasur, üm  Stripper un Erotik oder üm schwule Säue. „Mitten drin im richtigen Leben“, smuustert Andreas Schmidt, „nah dran am Zeitgeschehen – das soll heute unser Markenzeichen sein.“

Anzeige

 Dat weer fröher doch `n beten wat anners. In de Statuten vun’e Sennung stünn binn: „Heiter-nachdenkliche Betrachtungen zum täglichen Leben“. Mit tein Schrieverslüüd sünd se anfungen – mit dorbi so bekannte Lüüd Rudl Kinau, Otto Tenne, Karl Bunje, Hein Bredendiek un Irmgard Harder. De weer ganz alleen mit de Mannslüüd: „Ich sollte als jüngste und einzige Frau in der Autorenriege jede Woche ein fünfminütiges Manuskript abliefern – und das ohne jede journalistische Erfahrung. Ich hatte wirklich Angst, ja zu sagen“, so stünn dat to dat 50. Jubiläum vun „Hör mal ´n beten to“ in’e KN. Se is dor denn aver doch bigahn. Licht is ehr dat liekers nich vun’e Hand gahn. Keen Wunner: Se schull Geschichten ut’e Sicht vun’n Huusfru vertellen, de verheiraadt is. Man wieldatt se nu mol keen Huusfru weer un ok nich verheiraat, hett se Gustav erfunnen. Ehrn Keerl sotoseggen. Dat weer de Stoff, ut den se ehre Vertellen tosamenschoostert hett.

Mit’e Tiet keem ok mehr Tempo rin, mehr kritische Texte un ´n Slag Ironie. Hermann Bärthel, Wolfgang Sieg un Gerd Lüpke wüssen dormit op’t Best ümtogahn. Jümmers niege Schriever keemen dorto un sünd dörch’t Radio groot un bekannt wurrn: Karin Seifert, Reimer Bull, Ewald Christoffersen, Günter Harte, Gerd Spiekermann oder  Ina Müller mit ehre Kodderschnuut. Ilka Brüggemann, Ines Barber, Dörte Hansen, Sandra Keck, Annie Heger . . . Tja, de Fruunslüüd sünd nu bald in’e Övertahl un staht nich mehr ganz alleen dor as Irmgard Harder in de Föfftiger. De is übrigens  twintig Johr lang de eenzige Fruu wiet un siet west bi „Hör mal ´n beten to“. Un se höllt noch een Rekord: 41 Johr lang dinkt se sik jümmers niege Geschichten ut för de bekannte Reeg – un lang nich mehr dreiht sik dat in ehr Vertellen üm den doren Gustav oder Huusfruunleed. Nee, dat güng ok üm Computer, Gleichstellung, Bodybuilding,  un de „Kids“.

„Ob die Gründerväter nebst Mutter sich damals auch nur ansatzweise hätten vorstellen können, dass ihre Nachfolger einmal Intimbehaarung, Dessous-Partys oder Homosexualität thematisieren würden?“ fraagt sik Andrea Schmidt in’t Jubiläumsbook „Hör mal `n beten to – Geschichten aus 60 Jahren“. Un smitt de Antwurt glieks achterran: „Nö“. He kiekt na vöörn un kennt de Richten: „Nah dran am Zeitgeschehen – das soll unser Markenzeichen sein.“ Un jümmers mol wat Nieges utprobeern.

So as „Hör mal ´n beten to“ mit de Klappmuulpopp Werner Momsen. Glieks twee Premieren to‘n 60. Geburtsdag: Een Popp an’t Mikrofon un de is denn ok noch in‘ Film to sehn: „Dach ok, hier is de Klappmuul-Momsen . . .“

Heike Stüben 01.04.2016
Streit nach UKSH-Kritik - Wie laufen Notaufnahmen richtig?
Karen Schwenke 01.04.2016
Heike Stüben 01.04.2016