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Schleswig-Holstein Rostende Hülsen setzen Chemikalien frei
Nachrichten Schleswig-Holstein Rostende Hülsen setzen Chemikalien frei
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07:02 02.05.2018
Von Martina Drexler
Ein Forschungstaucher untersucht Altmunition in der Ostsee. Quelle: christian howe
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Kiel

Eine neue Studie, die das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und das schleswig-holsteinische Umweltministerium jetzt in der Fachzeitschrift "Frontiers in Marine Science" veröffentlicht haben, belegt erhebliche Wissenslücken bezüglich der Verbreitung und Auswirkungen dieser Chemikalien. Dabei seien Küstenregionen fast aller Kontinente von Unterwassermunition betroffen seien, sagt der Leitautor Dr. Aaron Beck von Geomar.

Fast alle Kontinente sind betroffen

Für die Studie hat Beck zusammen mit weiteren Autorinnen und Autoren von Geomar und des Umweltministeriums Schleswig-Holsteins Informationen und Literatur über Munition in den Meeren weltweit zusammengetragen. An dem von Geomar geführten Bundesforschungsprojekt UDEMM (Umweltmonitoring für die Delaboration von Munition im Meer) beteiligen sich auch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde und die Initiative "Zukunft Meer" des Landes Schleswig-Holstein.

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Zerfallen die Metallhülsen, wir eine Ortung schwierig

Wissenschaftler schlagen schon länger Alarm. Angesichts der fortschreitenden Durchrostung der Metallhülsen sieht der Kieler Toxikologe Prof. Edmund Maser dringenden Handlungsbedarf. Mit Hilfe der Detektion könnten Experten die Metallhüllen der Sprengkörper aufspüren. Aber je mehr diese zerfielen, desto schwieriger sei eine Ortung. Masers Institut untersucht anhand von Muscheln in der Nähe von Alt-Munition, inwieweit Organismen bereits belastet sind.

2016 wurden 264 Munitionsfunde mit 1428 Kampfmitteln wie Granaten oder Zünder in den deutschen Gewässern der Nord- und Ostsee gemeldet. 2015 waren es 218 Funde mit 8098 Kampfmitteln. Das geht aus dem fünften Fortschrittsbericht „Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer – Entwicklungen und Fortschritt“ hervor, den das Umweltministerium veröffentlicht hat.

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