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Schleswig-Holstein So schneiden die Kreuzfahrtschiffe ab
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13:05 21.08.2019
Von Frank Behling
Kreuzfahrten sind weltweit im Aufwind. Der Nabu stellte in Hamburg aber sein Umweltranking vor. Quelle: Frank Behling
Hamburg

Die Kreuzfahrtbranche ist im Umbruch. "Es gibt Reedereien, die sich auf den Weg hin zu einer emissionsfreien Kreuzfahrt gemacht haben" sagt Daniel Rieger, Leiter der Verkehrspolitik beim Nabu. Bei der Vorstellung des 8. Kreuzfahrtrankings bewertete die Organisation 2019 erstmals nicht nur die Maßnahmen zur Luftreinhaltung der schwimmenden Urlaubsinseln, sondern auch zum Klimaschutz.

Seit acht Jahren stellen die Umweltschützer vom Nabu den Kreuzfahrern ein Zeugnis aus. Zu Beginn gab es nicht ein einziges Kreuzfahrtschiff, das von den Aktivisten für gut befunden wurde. Das hat sich geändert. In diesem Jahr wurden 89 Schiffe bewertet. „Wobei wir nur Schiffe im Ranking haben, die nach dem Jahr 2000 gebaut wurden. Alle älteren Schiffe sind dreckig“, sagte Nabu-Mann Sönke Diesener, der das Ranking erstellt hat.

"Aidanova" und "Costa Smeralda" auf dem Spitzenplatz

Den Spitzenplatz im neuen Ranking belegt dabei die Rostocker Reederei Aida Cruises mit dem Neubau „Aidanova“ zusammen mit der „Costa Smeralda“ der Reederei Costa. Das Kreuzfahrtschiff wird im Oktober in Dienst gestellt. Da zwei Schiffe auf Platz 1 sind, gibt es in der Folge auch keinen Platz 2.

Auf dem dritten Platz folgt die Reederei Hapag-Lloyd mit den Neubauten „Hanseatic Nature“ und „Hanseatic Inspiration“ und der „Europa 2“. Die Schiffe haben sehr komplexe Abgasreinigungsysteme.

Danach folgt auf Platz 6 wieder die Reederei Aida mit den Schwesterschiffen „Aidaprima“ und „Aidaperla“ sowie die Hurtigruten mit der „Roald Amundsen“ und die Reederei Ponant aus Frankreich, die bereits heute komplett auf Schweröl verzichten.

Schiffe von Tui Cruises auf Platz 13

Die Schiffe von Tui Cruises rutschten erstmals auf den Platz 13 ab, da sie überwiegend mit Schweröl betrieben werden.

Hier sehen Sie, wie die Kreuzfahrtschiffe beim Nabu-Ranking 2019 abschneiden. Da es mehrere Schiffe auf die gleichen Ränge geschafft haben, gibt es beispielsweise keinen Platz 2, 5, usw.

Schlusslichter auf Platz 32 sind die Schiffe des norwegischen Luxus-Anbieters Viking Cruises sowie die neue „Seabourn Ovation“ und der Neubau „Spirit of Discovery“ von der Meyer Werft. Auch die amerikanischen Reedereien Royal Caribbean und NCL landeten im Schlussfeld. 

Auf Platz 32 finden sich auch die "Queen Mary 2" von Cunard, die Schiffe der Costa-Reederei, die "Eurodam" und die "Konigsdam" der Holland America Reederei sowie einige Schiffe von Aida Cruises ("Aidavita", "Aidaaura", "Aidaluna", "Aidabella" uvm.) und MSC ("Meraviglia", "Orchestra", "Splendidia" uvm.) wieder.

Kritik: Alle Schiffe nutzen weiterhin fossile Brennstoffe

Der Nabu kritisiert, das weiterhin alle Schiffe mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. „Hier wird es erst eine Änderung durch die Nutzung von synthetischen Treibstoffen geben. Eine emissionsfreie Kreuzfahrt ist möglich“, sagte Rieger

„Der Ausstoß von Luftschadstoffen nimmt aber tatsächlich ab“, Daniel Rieger, Leiter der Verkehrspolitik beim Nabu. Ziel müsse es sein, die Schifffahrt zu dekarbonisieren. Der Nabu würdigte aber die Rolle der Kreuzfahrt als „Innovationstreiber für die gesamte Schifffahrt“. 

„Die drei größten Kreuzfahrtreedereien haben im vergangenen Jahr einen Gewinn vor Steuern von fünf Milliarden Euro gemacht. Geld ist also da“, so Rieger.  

Lob für deutsche Reedereien und für Kiel

Der Nabu lobte dabei besonders die in Deutschland ansässigen Reedereien. „Hier gibt es durchaus einen klaren Unterschied bei den Reedereien im Vergleich zu den amerikanischen Muttergesellschaften“, so Rieger

Ein Lob gab es auch an Kiel. „Der Hafen Kiel ist auch auf uns zugekommen und hat uns eingeladen, damit wir uns die Pläne für die neue Landstromanlage anschauen“, so Malte Siegert vom Nabu aus Hamburg

114 Neubauten bei Werften bestellt

Ungeachtet der Kritik von Klimaaktivisten und Verbänden wächst die Kreuzfahrtbranche global weiter. Laut Branchendienst Seatrade Cruise wurden 114 neue Kreuzfahrtschiffe mit Platz für insgesamt knapp 250.000 Passagiere bei Werften in Europa und Asien bestellt.

Der Markt für Kreuzfahrten boomt. Besonders in den USA, China und Deutschland gibt es weiter Wachstumspotenzial. Aber auch Passagiere aus Indien, Australien, Japan, Brasilien sowie Russland buchen immer öfter Kreuzfahrten. 

Insgesamt gibt es rund 400 große Kreuzfahrtschiffe auf den Meeren. Die großen Reedereien investieren über 60 Milliarden Euro in den weiteren Flottenausbau. Die aktuellen Aufträge reichen bis 2027.

21 der 114 Neubauten bekommen als Antrieb Motoren mit dem verflüssigten Erdgas (LNG) als Treibstoff. Die Reedereien Aida, Costa, MSC, Tui Cruises, P&O, Carnival, Disney und Royal Caribbean planen Neubauten mit diesem umweltverträglichen Antriebskonzept.

Größtes Wachstumspotenzial in Asien

Besonders in Asien wachsen die Flotten. Gut ein Drittel der neuen Tonnage ist für den Einsatz in Fernost bestimmt, wo besonders Touristen aus China auf die Schiffe drängen. Inzwischen hat der chinesische Markt sogar Deutschland von Platz zwei bei den Passagierzahlen verdrängt.

Nach Angaben des Reederei-Verbandes CLIA sollen 2019 erstmals über 30 Millionen Menschen weltweit eine Kreuzfahrt machen. Aus Deutschland werden zwischen 2,3 und 2,5 Millionen Urlauber an Bord erwartet.

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